Ehingen Falsche Sternsinger in Ehingen unterwegs

jad 06.01.2015
Zwei Sternsingergruppen waren in Ehingen zur gleichen Zeit unterwegs. Doch eine von ihnen soll sich selbst bereichert haben.
Waren im Berkacher Grund in Ehingen falsche Sternsinger unterwegs? Das vermutet Pfarrer Harald Gehrig, der sich mit Oberministrant Kilian Kohler betroffen und enttäuscht gezeigt hat. Als am Freitag die Sternsinger von St. Blasius im Berkacher Grund waren, um für Kinder in Not zu sammeln, seien sie auf Hausbewohner gestoßen, die sagten, dass sie am selben Tag bereits von einer Sternsingergruppe besucht worden waren, wie Pfarrer Gehrig berichtet. „Unsere Sternsinger waren es nicht“, sagt der Seelsorger. „Parallel zu den drei Ministrantinnen Nina Braun, Katrina Stippe und Tanja Kneer, die als Sternsinger am 2. Januar durch Berkach zogen, muss es eine zweite Mädchengruppe gegeben haben, die darauf aus war, sich selbst zu bereichern“, wie der Pfarrer berichtet. Die Anwohner hätten die Mädchen darauf aufmerksam gemacht, dass die andere Ministrantengruppe wie Sternsinger gekleidet gewesen sei, aber ein anderes Spendenkässchen hatte. Betroffen sei ein „eng begrenztes Gebiet“, sagt Pfarrer Gehrig und nennt den Tulpenweg. Dabei schließt er aus, dass es Sternsinger einer anderen Kirchengemeinde, etwa von St.-Michael, gewesen sein könnten. Denn sie seien an anderen Tagen dran gewesen.

Die Enttäuschung ist groß: „Gerade unsere jüngsten Ministrantinnen und Ministranten waren vier Tage lang bei Wind und Wetter unterwegs, um ihre Weihnachtsfreude zu teilen und sich für arme Kinder einzusetzen, und dann wird diese größte Hilfsaktion von Kindern für Kinder ausgenutzt, um sich selbst zu bereichern“, sagt Gehrig. „Es ist ärgerlich, wenn es Schule macht und die Leute nicht mehr spenden.“ Von einer Anzeige bei der Polizei habe er aber abgesehen. Die Sternsingergruppen von St. Blasius und der ganzen Seelsorgeeinheit Ehingen-Stadt können sich mit einem von Pfarrer Harald Gehrig ausgestellten Dokument ausweisen. Der Pfarrer denkt nun darüber nach, ob eventuell eine Begleitperson der Ministranten künftig aktiv den Ausweis vorzeigen könnte.

Beim Polizeipräsidium Ulm ist in der Region indessen kein aktueller Fall bekannt, wie Pressesprecher Uwe Krause auf Nachfrage mitteilte. Auch in den vergangenen Jahren habe es solche Fälle nicht gegeben. „Man müsste die Leute befragen. Manchmal stellt man fest, dass es doch berechtigt war.“