Unterstadion/Oggelsbeuren Exzellente Blasmusik zu Dreikönig

Unterstadion/Oggelsbeuren / DORIS MOSER 08.01.2015
Beschwingte Walzer, flotte Märsche, populäre Musical-Melodien und symphonische Blasmusik bündelte der Musikverein "Lyra" Unterstadion zu seinem Dreikönigskonzert. Mehr als 400 Besucher waren begeistert.

An ungewohntem Ort hat der Musikverein "Lyra" Unterstadion sein traditionelles Dreikönigskonzert präsentiert. Weil die Mehrzweckhalle in Oberstadion derzeit eine Sanierungsbaustelle ist, waren die insgesamt rund 100 Instrumentalisten und mehr als 400 Zuhörer bei der 41. Auflage im benachbarten Oggelsbeuren zu Gast. Auch dort lief alles wie am Schnürchen, das Höchststufenorchester bot dem Publikum unter Leitung von Herbert Hipper auf gewohnt hohem Niveau ein kulturell herausragendes Konzert. Es gehört stets zu den Glanzlichtern im "Winkel" und so passte es gut, dass eine musikalische Rückbesinnung auf Weihnachten den Auftakt bildete. Unter dem Titel "German Christmas" erklangen variationsreich arrangiert und perfekt interpretiert bekannte Lieder wie "O Tannenbaum", "Alle Jahre wieder" und "Süßer die Glocken nie klingen".

Mit einer symphonischen Musik berichtet der Komponist Anton Dvorak unter dem Titel "Aus der neuen Welt" von den drei Jahren, die er in Amerika lebte. Bei aller Dynamik und Freude war dem mitreißenden Klangerlebnis doch auch Heimweh beigemischt. Diese populärste Symphonie Dvoraks mündet in ein wuchtiges Finale.

Mit sanften und melancholischen Klängen zeichneten die Instrumente den schicksalhaften Lebensweg der österreichischen Kaiserin Elisabeth nach. "Sissi" war nicht nur die schillernde Prinzessin,, von Glanz und Gloria umgeben, sondern sie musste viele Tiefschläge verkraften und starb schließlich durch die Hand eines Attentäters, der die Kaiserin unerfüllt geliebt hatte. Dieses von Tragik geprägte Musical wird aus der Sicht des Mörders erzählt, der seine Angebetete in das Reich des Todes holte. Die einzelnen Register nahmen die Herausforderung dieses Werkes ebenso bravourös an wie beim nachfolgenden eleganten und spritzigen "Danubia-Marsch".

Gefühlvoll und beschwingt füllte der Konzertwalzer "Liebesflammen" den Saal. Mancher Zuhörer hätte zu dieser poetischen Musik von Julius Fucik sicher gerne das Tanzbein geschwungen.

Großer Applaus war den Akteuren sicher und so spielten sie gerne zwei Zugaben. Unter Hochspannung stand die Schnellpolka "Donner und Blitz" als Paradestück für Blechbläser. Bestens klang auch der "Gigantic-Marsch" ins Ohr.

Dass die traditionell engagierte Jugendarbeit des Musikvereins Früchte trägt, hatte sich bereits zum Konzertbeginn beim Part der Jugendkapelle gezeigt. Sie gestaltete unter der Leitung von Klaus Fiderer sicher, flott und variationsreich den Auftakt mit drei Musikstücken. Voller Esprit und Spielfreude rückte der Nachwuchs die Feuerberge auf der Insel Lanzarote vor das innere Auge der Zuhörer und lud sie zu einer spannenden Reise ins Reich von Tarzan ein mit weltbekannten Hits aus dem Musical von Phil Collins. Vor allem die typischen Geräusche im afrikanischen Dschungel prägten dieses rhythmische Werk. Mit einer rasanten Zugabe verabschiedete sich der Nachwuchs von der Bühne.

Simon Schweikert und Martina Betz hatten durchs Programm geführt und erhielten Präsente, Blumen gab es für die Dirigenten Herbert Hipper und Klaus Fiderer.

Ehrungsreigen beim Dreikönigskonzert des Musikvereins Unterstadion

Urgestein Es dürfte wenige Musiker geben, die seit 70 Jahren im Verein musizieren, regelmäßig zur Probe gehen und die Auftritte absolvieren. Hans Baur aus Unterstadion ist so ein Urgestein. Auch mit 85 Jahren hat er noch Spaß daran, sein Flügelhorn zu spielen. Jetzt wurde ihm beim Dreikönigskonzert eine hohe Ehre zuteil: Der Vorsitzende des Blasmusik-Kreisverbandes, Karl Glöckler, überbrachte Baur unter dem Beifall des Publikums die goldene Ehrennadel mit Diamant sowie den Ehrenbrief des Blasmusik-Verbands Baden-Württemberg. Engagiert war Baur zudem in mehreren Positionen der Vereinsleitung. 39 Jahre gehörte er dem Ausschuss an, er war Schriftführer, von 1975 bis 1984 erster Vorsitzender und ist seit 2005 Ehrenmitglied. Trotz seines Alters sei er ein äußerst zuverlässiger Musiker und er habe den Verein über die sieben Jahrzehnte hinweg mitgeprägt, hob der Vorsitzende Peter Schänzle hervor, verbunden mit Dank.

Stützen Verdient gemacht um den Verein haben sich auch Kurt Blaser und Josef Fischbach, die beide seit 50 Jahren musizieren und dafür ebenfalls mit der goldenen Ehrennadel samt Diamant und dem Ehrenbrief ausgezeichnet wurden. Fischbach war vier Jahre zweiter und 14 Jahre erster Vorsitzender und ist seit drei Jahren Ehrenvorsitzender. Kurt Blaser sei als Chef von TTA Ehingen der wichtigste Sponsor und vielfältiger Unterstützer des Vereins, betonte Schänzle. Neben Bariton und Posaune spielt Alexander Rapp auch das Alphorn und ist damit sehr vielseitig. Er musiziert seit 40 Jahren, davon 23 Jahre in Unterstadion. Auch für ihn gab es Gold und den Ehrenbrief.

Kameraden Karin Knoll sowie Marcus und Peter Harder wurden für 30 Jahre mit der goldenden Ehrennadel bedacht, Agnes Heitele, Kerstin Gaißmaier, Kerstin Weggenmann und Thomas Braig erhielten für 20 Jahre Musik die silberne Auszeichnung. Fast alle übernehmen Funktionen im Verein. Seit zehn Jahren sind Carmen Handgrätinger, Jessica Rieger, Holger Bammert und Christoph Schrodi aktiv, dafür gab es die bronzene Ehrennadel. Zu Ehren der Jubilare spielte das Orchester den Marsch "Alte Kameraden". mo

SWP

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