Ehingen Erstklassige Musik bei der 19. Bluegrass & Country-Nacht

Die Linedancer aus Ravensburg legten in der Pause und danach eine Show auf die Bühne.
Die Linedancer aus Ravensburg legten in der Pause und danach eine Show auf die Bühne. © Foto: Christina Kirsch
Ehingen / CHRISTINA KIRSCH 17.03.2015
Die 19. Bluegrass & Country Night hat wieder viel Publikum in die Lindenhalle gezogen, das zu Chili con carne und Steak drei erstklassige Bands aus Belgien, den USA und der Schweiz zu hören bekam.

Die einen sagen "Gedudel" dazu, die anderen kommen bis aus Aalen oder Stuttgart zur Bluegrass & Country Night anlässlich des St. Patrick's Day nach Ehingen. Organisator Friedrich Hog hatte wieder drei erstklassige Gruppen in die Lindenhalle eingeladen und ein Festival auf die Beine gestellt, das sich sehen lassen kann. Vor einer stimmungsvollen Bühnenlandschaft mit Sonnenuntergang und Kakteen traten Bands aus drei Ländern auf.

Die belgischen "Sons of Navarone" scharten sich mit Banjo, Gitarre, Mandoline und Bass um ein Mikrophon. Gegenseitige Rangeleien gehörten zur Performance der musikalischen Herren im schwarzen Anzug. Der gebürtige Ire Eugene O'Brien, ein Altmeister am Banjo, trat auch als Spaßmacher auf. Als Moderator und Erzähler von Anekdoten betätigte sich vor allem Thierry Schoysman, der an der melodisch gespielten Mandoline ein Meister war. In der Ankündigung eines "Love songs" forderte der Musiker alle Verliebten auf, sich mit hochgehaltenen Händen zu outen. Aber offensichtlich waren beim Publikum die Frühlingsgefühle noch nicht ganz ausgebrochen. So bot sich Thierry Schoysman, selber ein Ex-Mann, für eine Scheidungsparty an. Ja, irgendwo muss man als Musiker auch Geld verdienen.

Die Gruppe inszenierte auch Rivalitäten zwischen Banjo und Gitarre (Yves Aerts), die sich beide in Nichts nachstanden. Mit "Walking shoes" verabschiedete sich ein Quartett, das 2012 als beste europäische Bluegrassband ausgezeichnet wurde und mit mehrstimmigen Gesangsharmonien überzeugte.

In der Pause erlebte das Publikum in der voll besetzten Lindenhalle erstmals eine Performance von Linedancern aus Ravensburg. Acht Tänzerinnen und Tänzer traten stilecht in Fransenwesten, Jeans und Lederstiefeln mit einer viertelstündigen Show auf die Bühne.

Später tanzte die Gruppe auch noch vor der Bühne zur Musik der Barry & Holly Tashian Band. Dieses Quintett aus Nashville, Tennessee, hat eine lange Bühnenerfahrung, die bei Barry Tashian bis in die 60er Jahre zurück geht. Damals eröffnete der Musiker mit seiner Formation "Barry & The Remains" im Rahmen der US-Tournee der Beatles die Konzertabende. "Wir sind zwei Paare und haben noch einen Mann dabei, der noch zu haben ist", eröffnete Holly Tashian ihren Auftritt. Melodisch soft ließ die Band ein einfühlsames "Mr. Sandman" hören und begeisterte auch mit Songs von Elvis Presley. Eine schüchterne Ann wurde ebenso besungen wie ein "Boogie Woogie Country Girl".

Den krönenden Abschluss des mehrstündigen Konzerts bildete das kraftvolle Rockabilly-Trio "Hamp goes wild" aus der Schweiz. Der junge Pianist und Sänger Hamp rockte am Piano los, dass die Tasten glühten, und auch seine Kollegen am Bass und Schlagzeug heizten mit ordentlichem Drive los. Für das Publikum wurde es ein langer Abend, den es mit Chili con Carne, Steak, Flädle und Kartoffeln von Köhlers Krone auch kulinarisch gut über die Bühne brachte.

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