Schießen Erstes Böllerschießen in Ehingen-Berg

Lautstarkes Hobby: Die Schützen beim gemeinsamen Salut beim ersten Böllerschießen in Berg.
Lautstarkes Hobby: Die Schützen beim gemeinsamen Salut beim ersten Böllerschießen in Berg. © Foto: Emmenlauer
Ehingen-Berg / RENATE EMMENLAUER 03.10.2018

Kameradschaftspflege, Geselligkeit und Austausch prägten gestern das erste Böllerschießen im Industriegebiet in Berg. Eingeladen hatten die Böllerschützen des örtlichen Schützenvereins. „Wir sind eine junge Gruppe und haben uns erst vor vier Jahren formiert“, berichtete Erwin Burgmaier.

Aktuell zählt die Gruppe 15 aktive Schützen zwischen 21 und 60 Jahren. „Mit diesem Treffen wollen wir uns für die regelmäßigen Einladungen der etablierten Gruppen revanchieren“, merkte der Chef der Berger Böllerschützen an. Ein Jahr lang habe man die Großveranstaltung schon vorbereitet. Zwölf Gruppen mit rund 70 Schützen und weiteren Gästen kamen gestern zur gelungenen Premiere nach Berg. Unter anderem auch Gruppen aus Munderkingen, Laupheim, Burgrieden, Illerrieden, Birkenhard und Maselheim.

Alle dasselbe Hobby

Weit gereist waren die Schützen aus Graben bei Augsburg und die Böllergruppe Grünten aus Kranzegg. Die Firma Metallbau Meier hatte ihre Halle zur Verfügung gestellt. Ein Mittagstisch sowie Kaffee und Kuchen boten eine willkommene Stärkung.

Schnell kamen auch Gruppen miteinander ins Gespräch, die bislang keinen Kontakt zueinander hatten. „Wir haben alle das gleiche Hobby, da gibt es immer was zu reden“, sagte Michael Klossika von den Pfuhler Böllerschützen. Wie man eigentlich zu so einem Hobby kommt? „Männer wollen immer Krach machen. Und das nicht nur an Silvester“, fügte Klossika breit schmunzelnd an. Seine Vereinskameradin Ela Agerer befand: „Es gibt auch viele Böllerschützinnen. Diese Art des Schießens ist einfach reizvoll.“ Im Gegensatz zu den renommierten Pfuhlern mit aktuell 36 Schützen, die rein dem Böllerschießen frönen, pflegen die Böllerschützen in Berg auch das Schießen im Schützenverein. Außer dem kameradschaftlichen Aspekt war gestern reihum auch die Faszination für das Hobby spürbar. Nach dem Mittagessen wurde detailliert der Ablauf des nachfolgenden Böllerschießens durchgesprochen. Letzteres klappte dann wie am Schnürchen.

Nach dem musikalischen Auftakt mit dem Kreismarsch „Von der Alb zur Donau“ und dem gemeinsamen Salut durch die Hand- und Schaftböller wurden die Kanonen und Standböller gefeuert. Dann durfte sich jede Gruppe mit einer Salve vorstellen. Dem festgelegten Zeremoniell nach folgten das langsame, schnelle und gegenläufige Reihenfeuer und der so genannte Reißverschluss, bei dem festgelegte Nummern an Schützen einen Schritt vortreten.

Eine Kanone wie die Preußen

Den krönenden Abschluss bildeten der geteilte Salut und der gemeinsame Salut. Sechs Schützen der Schützengilde Munderkingen feuerten ihre Kanonen ab. Ein ganz besonders Stück in dem Kanonenaufmarsch war das Unikat von Matthias Wagner von den Gastgebern – die Kanone hatte übrigens ihre öffentliche Premiere. Der junge Mann hatte das lange Rohr nach preußischem Vorbild gießen lassen und das dazu passende Gestell selbst gefertigt.

Zahlreiche Zuschauer schauten und staunten angesichts der guten Koordination der Gruppen in Berg. Wegen dem ohrenbetäubenden Lärm der Schützen  wurden Ohrstöpsel ausgegeben, zudem sorgte ein Security-Team für Sicherheit.

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