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Schlecker
Berg / CHRISTINA KIRSCH Die CDU-Gemeinderatsfraktion schaut sich den ersten Bauabschnitt im Industriegebiet Berg an.

Im Industriegebiet Berg türmen sich die Berge mit Erde. Eine schnurgerade Zufahrtsstraße ist angelegt, Kanäle gelegt, Hausanschlüsse sind gesetzt. Aus dem Boden ragen die Anschlüsse für die Feuerwehr und Bordsteine markieren zukünftige Grundstücke. Der erste Bauabschnitt des Industriegebiets in Berg ist fast erschlossen. „Das ist eine Dimension, wie wir sie in Ehingen bisher noch nicht hatten“, sagte Tiefbauamtsleiter Rolf Schmid bei einer Baustellenbegehung der CDU-Gemeinderatsfraktion, der sich Bürger angeschlossen hatten.

Die gesamte Erschließungsfläche beträgt 87 Hektar, im ersten Bauabschnitt wurden 30 Hektar bearbeitet, wovon 22 Hektar Baufläche sind. „Es wurden 60.000 Kubikmeter Erde bewegt“, sagte Bauleiter Niels Ullrich vom ausführenden Büro Rapp & Schmid. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Manuel Hagel erläuterte die Hintergründe der Baumaßnahme. Die Stadt hatte das Gelände aus der Insolvenzmasse der Firma Schlecker gekauft, um dort ein Industriegebiet auszuweisen.

Schutz vor Hochwasser – und dem Biber

Bei einem Donau-Hochwasser dient jedoch die Ehrlos als Auffangbecken für einen Rückstau. Dem Hochwasserschutz im HQ100-Gebiet musste mit einem erforderlichen Retentionsvolumen an der Ehrlos Rechnung getragen werden. Entlang der Ehrlos wurden auf eine Länge von 1500 Metern Retentionsbecken angelegt, die Grundstücke wurden höher gelegt und die Ehrlos erhält 15 bis 20 Meter breite Gewässerrandstreifen mit extensiven Grünflächen. „Dort werden Altholzstämme eingebaut und Blühwiesen angelegt“, sagte Manuel Hagel.

Auch an den Schutz vor dem Biber wurde gedacht und die Feldlerche soll eine für sie günstige Umgebung bekommen.  Was dort entstehe, sei Naturschutz im Industriegebiet, sagte Hagel. Allein die Pflanzarbeiten sind mit 250.000 Euro veranschlagt. Der erste Bauabschnitt steht mit 5,84 Millionen Euro Kosten im Plan. Zwei weitere werden noch folgen.

Zufahrt soll leichter gemacht werden

Ist das ganze Industriegebiet erschlossen und ausgebaut, wird auch die Zufahrt für Lkw einfacher sein. Bisher gibt es nur die Zufahrt über Berg, später wird die Straße nach Kirchbierlingen angeschlossen sein, „sodass die Lkw vorne rein und hinten raus können“, sagte Hagel. Umgekehrt klappt das natürlich auch. Die beiden Brücken über die B 465 seien für schwerere Lkw ausgelegt, sagte Niels Ullrich.

Für das Industriegebiet können im Juni 2019 etwa 15 Flurstücke ausgeschrieben werden, wobei die Größe der Grundstücke variieren wird. Nicht genutzte Flächen sollen Landwirten zur Bewirtschaftung angeboten werden. Einziges Problem dabei: Keiner weiß, wie lange ein Landwirt eine solch erschlossene Fläche nutzen kann. Auf die Grundstückserwerber würden nur diejenigen Kosten umgelegt, die die Stadt als Investitionskosten aufbringen muss, sagte Manuel Hagel.

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