Die Stadt Ehingen befindet sich in Kaufverhandlungen mit Eigentümern von Grundstücken nördlich des Bauhofs in Ehingen. In Aussicht steht, dass ein Gebiet in Nachbarschaft mit mehreren tausend Quadratmetern Stadteigentum wird. Das geht aus einer Diskussion im Ausschuss für Umwelt und Technik des Gemeinderats hervor, der am Donnerstag tagte – und weckte unter einigen Räten Begehrlichkeiten, das Areal doch für Wohnungsbau heranzuziehen, statt den Bauhof zu erneuern.

Gemäß Tagesordnung sollten die Räte über den Vorschlag der Verwaltung befinden, einen Planer mit der technischen Ausrüstung der Werkstatthalle zu beauftragen, die auf dem Areal entstehen soll. Stadtbaumeister Andreas Erwerle empfahl zu Beginn kurz und knapp, ein Planungsbüro für 90.000 Euro zu beauftragen – was letztlich bei der Gegenstimme von Peter Groß (CDU) und der Enthaltung von Julia Fischer (Junges Ehingen) beschlossen wurde. Dazwischen lagen 30 Minuten Diskussion über sozialen Wohnungsbau und die Überlegung, eine Ehinger Wohnungsbaugesellschaft zu gründen.

„Nichts gegen den Bau, nur nicht da“

„Nichts gegen den Bau, nur nicht da“, sagte Stadtrat Peter Groß (CDU), als Erwerle die Zustimmung empfahl. „Mit etwas Glück“ könne es ja sein, dass „einige tausend Quadratmeter hinzukämen“ zum Baufhof-Areal, sagte Groß, und spielte damit auf die nichtöffentlichen Grundstücksgespräche an. Dann sollte die Stadt dort sozialen Wohnraum schaffen und eine Wohnungsbaugesellschaft gründen. „Deshalb stimme ich nicht zu.“

Groß hatte im September im Gemeinderat gegen die Pläne gestimmt, das marode Bauhof-Gebäude abzureißen und Werkstatthalle samt Personalräumen neu zu bauen. Er wollte das Gelände zur Wohnraumentwicklung. Im Sommer hatte auch die CDU-Fraktion darum gebeten, eine Verlegung des Bauhofs zu prüfen. Die Stadt hatte eine Verlegung durchgerechnet und kam zum Schluss: zu teuer.

„Der Gedanke von Peter Groß ist richtig“, sagte SPD-Stadtrat Georg Mangold im Ausschuss. Man müsse, falls jetzt Fläche hinzukomme, vielleicht nochmal grundsätzlich diskutieren. Julia Fischer kündigte an, sie werde sich enthalten. „Ich habe damals schon gesagt, dass ich Peter Groß innerlich zustimme.“ Auf dem Areal wäre Geschosswohnungsbau möglich.

„Wir diskutieren heute nur über diesen Punkt“, sagte Katrin Brotbeck (CDU) und verwies auf die Beauftragung eines Planers. Sie respektiere Groß’ Meinung. „Aber eine Wohnungsbaugesellschaft kann man nicht nur aus dem Arm schütteln.“ Man müsse den sozialen Wohnungsbau grundsätzlich in der Gesellschaft diskutieren, dann finde sich auch dafür Fläche. Auch Peter Lutz (Freie Wähler) widersprach Groß, man habe vor Wochen einen Grundsatzbeschluss gefasst, dem man jetzt folgen müsse.

Auch Alfred Kloker (CDU) mahnte, dass man im September einen Beschluss gefasst habe. Er sei dagegen, das wieder aufzumachen. „So einem Gedankenspiel werde ich nicht zustimmen. Nicht in hundert Jahren.“ Hubert Dangelmaier (Grüne) mahnte, der Bauhof habe seine Infrastruktur an Ort und Stelle. „Ich plädiere nach wie vor für diesen Ort.“

„Das ist illusorisch“

„Wir müssen hier nicht im Konjunktiv reden“, sagte OB Alexander Baumann und räumte Gespräche zu Nachbargrundstücken ein. Zu der Diskussion im Ausschuss gehöre aber auch, dass man sich gegen einen Umzug des Bauhofs entschieden habe, weil der Stadt voraussichtlich fünf Millionen Euro Nettokosten entstünden. Es gehe nun um die Fortführung der Beschlüsse, den Bauhof dort weiterzuentwickeln.

Zur Gründung einer Ehinger Wohnungsbaugesellschaft, wie Groß sie wie im September im Ausschuss erneut vorschlug, sagte Baumann: „Das ist illusorisch. Ich sprech’ mich nicht gegen sozialen Wohnungsbau aus“, aber da seien ganz andere auf dem Markt. Ehingen habe weder „das Know-how, die Manpower oder die finanzielle Ausstattung – „wir haben nichts“. Die Verwaltung habe andere Instrumente, um Mieter zu entlasten, etwa den Hebesatz der Grundsteuer oder die Bereitstellung von Grundstücken für den Wohnungsbau. Letztlich sei der Gemeinderat Souverän. „Aber auch der Oberbürgermeister hat dazu eine Meinung.“

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