Jubiläum Erich Merz wird 90

Agiler Senior mit grünem Daumen: Erich Merz, ehemaliger Rektor der Grund- und Hauptschule im Ehinger Längenfeld, feiert morgen seinen 90. Geburtstag.
Agiler Senior mit grünem Daumen: Erich Merz, ehemaliger Rektor der Grund- und Hauptschule im Ehinger Längenfeld, feiert morgen seinen 90. Geburtstag. © Foto: Christina Kirsch
Ehingen / Christina Kirsch 14.01.2019

Ich bin vermutlich der einzige Schulleiter, dem man während seiner Dienstzeit zwei neue Schulen gebaut hat“, schmunzelt Erich Merz, der pensionierte Schulleiter der Grund- und Hauptschule am Wenzelstein, die 1985 das neue Schulgebäude im Längenfeld beziehen konnte. Er feiert am morgigen Dienstag seinen 90. Geburtstag.

„Die Verhältnisse am Wenzelstein, wo sich die Grund- und Hauptschule mit der neu gegründeten Realschule das Gebäude teilen musste, waren wirklich sehr beengt“, erinnert sich der Senior, der zuvor sieben Jahre in Dürmentingen an der Grund- und Hauptschule Rektor gewesen war. „Aber dann sanken dort die Schülerzahlen, es wurde umstrukturiert und ich habe mich auf Ehingen beworben“, sagt der Pädagoge, der sein Leben lang ein leidenschaftlicher Lehrer war. Für seine umgängliche Art, die er sich auch im hohen Alter noch bewahrt hat, liebten ihn die Schüler und die Kollegen.

Hochschullehrer auf dem Bussen

Erich Merz wurde 1929 in Saulgau geboren und besuchte die Schule bis zur sechsten Klasse. 1946 ging er in die Lehreroberschule und von 1947 bis 1949 besuchte er das pädagogische Institut in Reutlingen. Im Alter von 20 Jahren war Merz ausgebildeter Lehrer und fing an der Volksschule in Bad Buchau sein pädagogisches Berufsleben an. Nach Stationen in Altshausen und Fulgenstadt verschlug es den jungen Pädagogen nach Offingen am Bussen. „Dort war ich Hochschullehrer“, scherzt Erich Merz. Die Schule war immerhin die am höchsten gelegene Schule des Regierungsbezirks.

In Wolfratsweiler, wo er ebenfalls als Lehrer unterrichtete, lernte Erich Merz seine spätere Frau Hildegard kennen. Die junge Frau arbeitete an der Schule als Handarbeitslehrerin. Deshalb trugen auch die vier Kinder der Familie immer selber gestrickte und gehäkelte Kleider, mit denen sie quasi Werbung für die Handarbeitskünste ihrer Mutter machten. Auch in den folgenden Jahren bis zur Pensionierung hat Hildegard Merz an den Schulen, an denen ihr Mann wirkte, als Handarbeitslehrerin gearbeitet.

Von 1964 bis 1971 war Erich Merz Schulleiter in Dürmentingen. In diese Zeit fällt auch seine Mitgliedschaft im Dürmentinger Narrenrat, der 1969 in Herbertingen die Vereinigung freier Oberschwäbischer Narrenzünft gründete. Eine Urkunde in einer Mischung aus lateinischen und schwäbischen Amtsbezeichnungen und Ehrentiteln erinnert daran. Als Lehrer wurde man in den 60er Jahren auch schnell in den Kirchenchor aufgenommen und zudem leitete Erich Merz in dieser Zeit Laientheatergruppen und war Fasnachter. „In Ehingen waren 1971 die Fasnachts-Ämter alle besetzt“, erinnert sich der Pädagoge, der mit den Schulneubauten und den großen Schülerzahlen der 70er Jahre alle Hände voll zu tun hatte.

Familie kommt zusammen

1973 hat die Familie Merz ein Haus im Schlaufenbühl in direkter Nachbarschaft zur Schule bezogen. Erich Merz hat fünf Enkel und drei Urenkel. Seine Frau Hildegard verstarb vor fünf Jahren. Seinen 90. Geburtstag möchte er im großen Kreis mit allen Kindern, Enkeln, Urenkeln, Nichten und Neffen verbringen. „Einmal noch die große Familie zusammen bringen“, freut sich der agile Senior, der am Tag des Besuchs schon zwei Mal zum Schneeschippen vor der Türe war und seinen Haushalt perfekt in Schuss hält. Dazu gehören auch die vielen Zimmerpflanzen, für die Erich Merz einen grünen Daumen bereithält. „Nur der Weihnachtskaktus will heuer nicht so recht“, sagt er. Vielleicht schiebt die Pflanze zum 90er noch ein paar extra
Blüten.

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