Ein Doppeleffekt beschert Ehingen ein solides Haushaltsjahr 2014: Weil die Wirtschafts- und Finanzkrise 2012 durchaus Spuren in den städtischen Finanzen hinterlassen hatte, muss Ehingen 2014 deutlich weniger im Finanzausgleich zahlen: rund drei Millionen Euro weniger ans Land und rund 2,2 Millionen Euro weniger an den Kreis. Gleichzeitig gehen Oberbürgermeister Alexander Baumann und der Leiter der Finanzverwaltung, Alexander Fischer, davon aus, dass die Stadt im kommenden Jahr von der guten Beschäftigung und dem erwarteten Wirtschaftswachstum profitiert, was zu höheren Einnahmen bei der Gewerbesteuer (34 Millionen Euro) und aus der Lohn- und Einkommensteuer führen werde.

Unterm Strich ermöglicht dies ein Haushaltsvolumen von 95,1 Millionen Euro (Vorjahr: 89,7), wobei der Verwaltungshaushalt (81,5 Millionen Euro) eine Zuführung von knapp acht Millionen Euro an den Vermögenshaushalt ergibt. Der umfasst 13,6 Millionen Euro, das sind 800.000 Euro weniger als in diesem Jahr, in dem aber hohe Sondertilgungen auf dem Weg zur Schuldenfreiheit des Kämmereihaushalts eingeplant waren (siehe unten). Im direkten Vergleich der reinen Bauausgaben zeigt sich jedoch, dass der Etat 2014 um 1,2 Millionen Euro höhere Investitionen enthält als der aktuelle Haushalt 2013.

Um alles finanzieren zu können, muss die Stadt - bei unveränderten Hebesätzen für Grund- und Gewerbesteuer - erneut in die Rücklagen greifen: 2,75 Millionen Euro vom Ersparten werden laut Plan gebraucht. Verläuft das Jahr wie erwartet, hat Ehingen dann Ende 2014 - abzüglich der vorgeschriebenen Mindestreserve - noch 10,5 Millionen Euro auf der hohen Kante.

Der Anstieg im Verwaltungshaushalt von 75,3 auf jetzt 81,5 Millionen Euro hat auch mit den Personalkosten zu tun. Die erhöhen sich durch ein Plus von 20 auf jetzt 326 Stellen von 16,1 auf künftig 17,3 Millionen Euro, wobei der Schwerpunkt im Bereich Kinderbetreuung liegt: plus 16,9. Allein das Anfang des Jahres 2014 in Betrieb gehende Kinderhaus Rosengarten schlägt mit 14,9 Stellen zu Buche. Als Neuerung angekündigt hat Baumann gestern den Ausbau der Ferienbetreuung: 2014 soll es testweise ein zweiwöchiges Angebot der Stadt an Ostern oder Pfingsten geben.

Kindergärten und Kleinkindbetreuung sind mit Investitionen von rund einer Million Euro auch einer der Schwerpunkte im Vermögenshaushalt. Für die Schulen sind 2,4 Millionen Euro eingeplant, für den Umbau der Oberschaffnei zu einem Begegnungszentrum in der Innenstadt (Gesamtkosten 2,8 Millionen Euro) zunächst einmal 1,3 Millionen als erste von zwei Jahresraten.

Eine Million Euro eingeplant ist für den Hochwasserschutz an der Schmiech; in die Kläranlage investiert werden knapp drei Millionen Euro zur Optimierung der Ablaufwerte. Mit 3,6 Millionen Euro fließt das meiste Geld des Vermögenshaushalts in Straßenbau und Erschließungsmaßnahmen; darunter sind mit der Sanierung der Geier- und der Winckelhoferstraße zwei neue große Vorhaben: Für die Geierstraße stehen 420.000 Euro für die Straße und 390.000 Euro für die Kanalisation bereit; bei der Winckelhoferstraße (Abschnitt zwischen Biberacher Straße und Forellenweg) sind es 490.000 und 440.000 Euro.

2015 weitere Sporthalle?
Am 17. Dezember zahlt Ehingen den letzten Euro zurück