Ehingen Entwarnung für Kritiker: Auf der Alb wird kein Riesenhotel gebaut

Sie wollen nur spielen: Mit dem Plakat wirbt die Arbeitsgruppe für die Podiumsdiskussion morgen Abend in der Aula des Gymnasiums. Die Bettenburg ist dabei Fiktion. Foto: Andreas Hacker
Sie wollen nur spielen: Mit dem Plakat wirbt die Arbeitsgruppe für die Podiumsdiskussion morgen Abend in der Aula des Gymnasiums. Die Bettenburg ist dabei Fiktion. Foto: Andreas Hacker
Ehingen / ANDREAS HACKER 23.05.2014
Ein Plakat sorgt in Ehingen für Unruhe: Manche glauben, dass auf der Alb ein Riesenhotel entstehen soll. Dabei geht es nur um ein geistreiches Spiel.

"Da muss man sich wehren!", sagt der Leser, der gestern zornig die Redaktion betritt und darum bittet, sich der Sache mit diesem Riesenhotel anzunehmen, das da auf der Ehinger Alb gebaut werden soll. Die Hinweise, dass es sich bei dem Foto auf dem Plakat um eine Montage handelt und es bei der Veranstaltung morgen nicht um die Gründung einer Bürgerinitiative geht, sondern um ein Rollenspiel, können den Mann nicht wirklich beruhigen: "Die Biosphäre braucht doch keiner", zürnt er.

Genau darum geht es aber der Arbeitsgruppe der Lokalen Agenda Ehingen um den Naturpädagogen Alex Rothenbacher, die mit einem Rollenspiel morgen Abend in der Aula des Johann-Vanotti-Gymnasiums zeigen will, was die Menschen im Raum Ehingen am Biosphärengebiet haben und was das Besondere an diesem Großschutzgebiet ist.

Ein Aspekt ist das Mitmachen, sagt Rothenbacher: Schon die Idee für die Veranstaltung ist in einem elfköpfigen Team entwickelt worden. In einem Spiel soll dargestellt werden, wie auf der Ehinger Alb bei Erbstetten die Interessen aufeinanderstoßen könnten, sollte dort eine internationale Kette ein Panoramahotel mit hunderten Betten bauen wollen. Dann sind die Rollen ausgeschrieben und inzwischen auch besetzt worden; seit einer Woche bereiten sich die sieben Mitwirkenden auf ihre Aufgabe vor.

Auftreten werden der Manager der Hotelkette, der Oberbürgermeister, eine Älblerin, die nahe am Bauplatz wohnt, ein Tourist, ein ehrenamtlicher Naturschützer, ein Landwirt und der Gastwirt aus dem Nachbarort. Leitfrage für die Gruppe ist: Wieviel Mensch verträgt die Natur, ohne dass sie dauerhaft Schaden nimmt? Wesentlich ist aber auch, dass im Biosphärengebiet - die Kernzone ausgeschlossen - wirtschaftliche Entwicklung möglich sein soll, anders als zum Beispiel in einem Naturpark.

Die Veranstaltung am Samstag beginnt um 17 Uhr, das Rollenspiel um 18 Uhr. Diskutiert werden soll unter Einbeziehung des Publikums. Außerdem gibt es ein Quiz mit einer Preisfrage zum Biosphärengebiet, bei der es zwei Mal je einen 50-Euro-Gutschein für ein Essen bei einem Biosphärengastgeber zu gewinnen gibt.