Vor 25 Jahren

Der Fall sorgte bundesweit für Schlagzeilen: Lars und Meike, die Kinder des Ehinger Drogerie-Unternehmers Anton Schlecker, wurden entführt. Als die Öffentlichkeit von der Tat erfuhr, waren der 16-Jährige und seine 14 Jahre alte Schwester jedoch schon wieder in Sicherheit. Sie hatten sich nach der erfolgten Lösegeldübergabe selbst befreien können. Am Tag nach der Entführung gab die Kriminalpolizei im Ehinger Rathaus eine Pressekonferenz. Der Ansturm von Journalisten in der Stadt war so groß, dass Fremdenzimmer Mangelware waren.

Die Täter hatten die Kinder und deren Mutter Christa in der Nacht zum 23. Dezember im Bungalow der Familie am Rothäuleweg überfallen und dann Lars und Meike als Geiseln genommen. Die Kinder wurden daraufhin stundenlang gefesselt in einer Waldhütte bei Griesingen gefangengehalten. "Wenn Schlecker nach den Weihnachtsfeiertagen in sein neues Heim an der Altsteußlinger Straße (. . .) eingezogen gewesen wäre, hätten die Entführer kaum eine Chance gehabt", berichtete die Zeitung. Denn das neue Haus befinde sich nicht nur geschützt hinter dichten Hecken, sondern sei auch rundum abgesichert wie eine Burg. Anton Schlecker setzte eine Belohung von 100 000 Mark für die Aufklärung der Tat und die Wiederbeschaffung der 9,6 Millionen Mark Lösegeld aus.

Ein paar Tage später wurde bekannt, dass Anton Schlecker einige Monate zuvor schon einmal erpresst werden habe sollen. Die als Polizisten verkleideten Täter hatten sich jedoch in der Anschrift geirrt und anstatt am Bungalow des Konzernschefs am Rothäuleweg an der Tür von dessen Eltern an der Felchenstraße geklingelt. Die Männer flüchteten unverrichteter Dinge.

Der erstmals von Ehinger Stadtverwaltung und Einzelhandel organisierte Weihnachtsmarkt auf dem Marktplatz war zu Ende - und die Händler, die sich daran beteiligt hatten, stellten der Veranstaltung ein gutes Zeugnis aus. Im Schnitt gaben sie dem Markt die Note 2,5. Ein Kinderkarussell könnte den Markt noch beleben, so ein Vorschlag. Der Weihnachtsmarkt in Ehingen solle zur Tradition werden, lautete der Wunsch eines anderen Händlers.

Vor 50 Jahren

Der Obermarchtaler Gemeinderat beschloss, ein neues Feuerwehrfahrzeug zu kaufen. Der Schleppwagen, den die Wehr bislang in Betrieb hatte, war zu alt und wies zahlreiche Mängel auf. Eine Reparatur sei mit zu hohen Kosten verbunden, zudem seien manche Ersatzteile nicht mehr zu kriegen, wurde berichtet.

Für die Mitarbeiter des Schelklinger Zementwerks gab es eine Überraschung: Sie erfuhren während ihrer Weihnachtsfeier, dass im darauffolgenden Jahr das Zementwerk einen wesentlichen Ausbau erfahren solle. Es sei beabsichtigt, einen neuen so genannten Leopol-Ofen aufzustellen. Dieser bringe eine Tagesleistung von 1200 Tonnen Klinker. Weiter werde über den Einbau elektrischer Entstaubungsanlagen nachgedacht, berichtete die Zeitung.

Im folgenden Jahr sollte im Kreis Ehingen erneut viel Geld für den Ausbau von Straßen ausgegeben werden. Das wurde während er Sitzung des Kreistags bekannt gegeben. Vorgesehen war unter anderem der Ausbau der Ortsdurchfahrten Weilersteußlingen, Grötzingen, Emerkingen und Unterwachingen. Die Straße zwischen Rottenacker und Kirchbierlingen war bereits fertig, der Ringinger Ortsdurchfahrt fehlte noch der Feinbelag und die Hausener Steige sei derzeit noch im Bau. Ebenfalls noch nicht ganz beendet war der Ausbau zwischen Schlechtenfeld und Kirchen.