Wasserkraft Energie aus den Quellen

Ingeborg Burkhardt 27.12.2016

Preiset ihr Quellen den Herrn“ steht am Giebel des kleinen Wasserkraftwerks, das die Kongregation der Barmherzigen Schwestern von Untermarchtal in den 1920er Jahren oberhalb der Einmündung der Lauter in die Donau gebaut hat. Vor 90 Jahren deckte die Anlage, die heute unter Denkmalschutz steht, den Stromverbrauch des Klosters. Den heutigen Energiebedarf können die beiden Turbinen im Lauterkanal mit maximal 90 Kilowattstunden pro Sekunde aber nicht mehr decken, doch auf diese umweltfreundliche Energie will das Kloster nicht verzichten.

Je nach Wasserstand kann das kleine Werk am Rande von Wanderwegen zwischen Lauterach, Talheim, Neuburg und Obermarchtal bis zu einem Drittel des Bedarfs decken, sagt Bauschlosser Hubert Schneider. Er ist einer von drei Hausmeistern, die die Anlage überwachen und warten. Dazu gehört vor allem die Reinigung des Rechens am Wehr. Je nach Aktivität der Biber sammelt sich dort außer Müll mehr oder weniger Holz an. Doch die Menge des hölzernen Schwemmguts wird sich jetzt reduzieren. Nach etwa 30 Jahren Pause ließ die Klosterverwaltung das Tal durchforsten und den Wildwuchs an den Uferbereichen beseitigen. Dazu ist es im Tal hell und licht geworden und so können sich auch seltene Pflanzen wieder neu entfalten.

Stauseepläne gescheitert

Vor 100 Jahren hatten die Barmherzigen Schwestern von Untermarchtal das Wasser im Flusstal vom Maschinenhaus bis hinauf zum Wehr in Lauterach für ein Kraftwerk stauen wollen. Der Plan scheiterte, weil Anrainer Grundstücke nicht verkauften, wie auf der Informationstafel nachzulesen ist. Es wurde umgeplant und die Differenz des Gefälles der unteren Lauter von 6,20 Metern zwischen dem Oberwasser am Ortsrand von Lauterach bis hinunter zum Unterwasserspiegel beim Elektrizitätswerk genutzt. Die beiden Francis-Turbinen aus den 1920er Jahren, die mit einer starren Welle verbunden sind und über ein großes Laufrad den Generator antreiben, reagieren seit 1984 automatisch auf die Wasserdurchlaufmenge, die je nach Wetterlage variiert. Die kleine Turbine mit einem maximalen Durchlauf von 900 Litern pro Sekunde erzeugt 34 Kilowattstunden. Wenn der Wasserzulauf zunimmt, schaltet sich die größere Turbine dazu. Diese ist auf einen maximalen Wasserdurchfluss von 1400 Litern ausgelegt und erzeugt dann pro Sekunde 64 Kilowattstunden. Bei höherem Wasserstand und Hochwasser kann das Wasser über ein Becken gestaut und das überschüssige Wasser im Kanal am Kraftwerk vorbei der Donau zugeleitet werden.

Ralf Bomheuer, Geschäftsleiter der Klosterbetriebe Untermarchtal, ist zufrieden mit der Anlage: „Wir sind sehr froh um dieses Energiequelle, hilft es uns doch bei unserem Ziel, verantwortungsbewusst mit der Schöpfung und den natürlichen Ressourcen umzugehen.“

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