Ganztagsschule Eltern informieren sich über Ganztagsbetreuung an Grundschule - Gemeinde aufgeschlossen

Eltern und Gemeinderäte interessieren sich für die Informationen über eine mögliche Ganztagsbetreuung an der Grundschule in Rottenacker. Foto: Doris Moser
Eltern und Gemeinderäte interessieren sich für die Informationen über eine mögliche Ganztagsbetreuung an der Grundschule in Rottenacker. Foto: Doris Moser
Rottenacker / DORIS MOSER 21.05.2014
Eine Ganztagsbetreuung an der Grundschule Rottenacker ist im Gespräch. Es gibt mehrere Varianten, doch kein Modell kann allen Wünschen gerecht werden. Dies zeigte jetzt ein Informationsabend für Eltern.

An drei oder vier Nachmittagen lernen, spielen und sich bewegen an der Grundschule, jeweils sieben oder acht Stunden pro Tag mit Unterricht und zusätzlichen Betreuungsangeboten, mit oder ohne Mittagessen - dies alles ermöglicht eine Ganztagsbetreuung an den Grundschulen. In Rottenacker, wo es bislang kaum Nachmittagsunterricht gibt, erfolgte jetzt über die verschiedenen Varianten eines solchen Schulmodells eine detaillierte Information. Oberschulrätin Veronika Goller vom Staatlichen Schulamt in Biberach zeigte den rund 70 Besuchern auf, wie eine Ganztagsbetreuung funktionieren kann. Für die Eltern wäre dieses Angebot kostenfrei. Fast vollzählig war der Gemeinderat vor Ort, ebenso Rektorin Veronika Schlachter mit ihrem Kollegium.

Bürgermeister Karl Hauler machte eingangs klar, dass aus Sicht der Gemeinde eine Ganztagsbetreuung logische Konsequenz der vor Jahren im Kindergarten eingerichteten Krippe wäre und die Gemeinde als Schulträgerin grundsätzlich bereit sei, dieses Angebot in Kooperation mit Schule und Eltern einzurichten. Fraglich sei, ob die Vorgaben zu schaffen sind. Denn für eine freiwillige Lösung, wie sie in Rottenacker angedacht wird, sind 25 Kinder aus den vier Grundschulklassen absolute Voraussetzung. Hauler gab zu bedenken, dass eine Ganztagsbetreuung die Schule attraktiver mache in Zeiten rückläufiger Schülerzahlen und somit eine Chance bedeute für den Schulstandort. Dieses Jahr wird noch ein starker Jahrgang eingeschult, dann folgen vier Jahre mit etwa 16 Kindern. Diese Zahl sei Mindestvoraussetzung für Einzelklassen.

Goller nannte Ängste oder Bedenken wegen Doppelklassen unbegründet. Sie selbst ging in einer kleinen Schule im Hinterland am Bodensee zur Schule, an der die Klassen eins bis sieben gemeinsam unterrichtet wurden. "Diese breite Öffnung bietet den Kindern sehr viele Möglichkeiten, und auch ich habe dort sehr viel gelernt." Sollten also an der Grundschule zwei Klassen gemeinsam unterrichtet werden, wäre das nicht schlimm, der Einstieg in das klassenübergreifende Lernen sei an der Schule in Rottenacker ja schon mit dem Atelier-Unterricht gelungen.

Möglich ist an drei oder vier Tagen eine Nachmittagsbetreuung mit jeweils sieben oder acht Zeitstunden an der Schule; welche Variante gewählt wird, hat der Schulträger gemeinsam mit der Schule und den Eltern zu entscheiden. Wird ein Kind angemeldet, ist dies für ein Jahr bindend. Jede Schule und jeder Standort brauche eine individuelle Lösung, erklärte Goller. Für die jeweilige Variante gibt es zusätzliche Lehrerstunden, sie steigen an mit der Zahl der Kinder. Ferner sollten Jugendbegleiter in die Betreuung eingebunden werden. Die Kinder sollen während der zusätzlichen Stunden lernen und Hausaufgaben erledigen, aber auch spielen, sich kreativ beschäftigen und bewegen. Örtliche Vereine mit ihren Angeboten einzubinden, wäre ideal, etwa Sport, Musik, Feuerwehr, Nabu und DRK könnten sich einbringen. Anhand von fiktiven Stundenplänen zeigte Goller die verschiedenen Möglichkeiten auf. Voraussetzung für die Genehmigung einer Ganztagsbetreuung ist immer ein pädagogisches Konzept, das von der Schule zu erarbeiten ist mit dem Ziel eines breit gefächerten Angebots. Zu beachten sei auch, wie viel Ganztagsbetreuung Kinder vertragen, denn sie sollen am Nachmittag nicht erschöpft nach Hause kommen. Bis November muss der Antrag gestellt sein, wenn die Ganztagsbetreuung zum Schuljahr 2015/16 kommen soll. Über kurz oder lang gebe es an den Grundschulen generell mehr Nachmittagsunterricht, informierte Goller über aktuelle Pläne der Landesregierung.

Tenor bei den anwesenden Eltern war, dass Krippe, Kindergärten und Schule am Nachmittag ihre Schlusszeiten abstimmen sollten. Außerdem wird weiterhin die verlässliche Grundschule gewünscht. Sie wird vor allem am frühen Vormittag von berufstätigen Müttern zur Betreuung ihrer Kinder benötigt.

Zunächst wird bei den Eltern, auch jenen der künftigen Grundschüler, das Interesse an einer Ganztagsbetreuung mit einer Umfrage erkundet. Erst dann geht um Auswahl der Variante und Feinabstimmung.