Munderkingen Eltern den Rücken stärken Rund 900 Schüler beim regionalen Ausbildungstag in Munderkingen

Munderkingen / INGEBORG BURKHARDT 23.01.2016
Was muss ein Zimmermann können? Welche weiterbildenden Schulen gibt es? Das und viel mehr haben rund 900 Schüler beim fünften regionalen Ausbildungstag in Munderkingen erfahren.

"Es ist heute nicht ein Tag des Schaulaufens, sondern es geht um die Weiterbildung." So eröffnete gestern Munderkingens Bürgermeister Dr. Michael Lohner den fünften regionalen Ausbildungstag. Schüler der oberen Klassen aus Munderkingen, Oberstadion, Obermarchtal, Riedlingen, Biberach und Ehingen waren dazu in die Donauhalle gekommen. 44 Firmen, Handwerker, Schulen, Verbände und Institutionen erklärten ihnen im Schulzentrum, welchen beruflichen Weg sie einschlagen oder wie und wo sie sich schulisch weiterbilden können.

Arbeitskräfte in der Region zu binden sei eines der Ziele des Ausbildungstags, erklärte Lohner. In den Dank an den Organisator Waldemar Schalt schloss er alle Mitwirkenden ein, die mit dazu beitragen, den Ländlichen Raum zu stärken. Dass es sich lohnte an den Ständen zu stoppen und zu fragen, merkten die Schüler bald. So erfuhren sie bei der Bundeswehr von Michael Kaminski aus Ulm, dass die Bundeswehr nicht nur Soldaten, sondern auch Zivilangestellte ausbildet. "Wir brauchen ja auch Fachkräfte im medizinischen Bereich für das Bundeswehrkrankenhaus." Zur Bildungsmesse in Munderkingen komme er gerne, sagte Kaminski. Denn so sei es einfacher, kleinere Fragen der Schüler zu beantworten.

Für Denis Lamsfuß, den Leiter des Seniorenzentrums St. Anna, ist die Region Munderkingen sehr gut aufgestellt. "Von hier kommen die meisten unserer Pflegekräfte", berichtete er. Die Mädchen aus der achten Klasse aus Oberstadion informierten sich bei seinen Mitarbeitern über die Tätigkeit im Altenheim. Am Stand der Agentur für Arbeit erfuhren die Schüler von Berufsberater Frank Groll aus Ehingen, dass die Agentur in Ulm auch selbst Fachkräfte ausbildet.

Nebenan hämmerten Schüler bei der Holzbaufirma Kaufmann in Oberstadion Nägel in eine Platte; ein kleiner Wettstreit, um festzustellen, wer ein guter Zimmermann werden könnte. Bei den Ständen der Gipser und Maurer draußen war dagegen bei dem kalten Wetter wenig los. "Wir hatten nach den Ausbildungstagen hier zwar schon einige Praktikanten, aber keiner kam als Auszubildender", berichtete Martin Renn von der Bauwirtschaft Baden-Württemberg, einem Partner des Bauunternehmens Grab. Doch er zeigte sich zuversichtlich. Bei Hahl Pedex werden derzeit neun junge Menschen ausgebildet. "Wir würden aber noch einen Verfahrenstechniker nehmen", sagten Sonja Mussotter und Wolfgang Ziegler.

Die Siebtklässler aus der Werkrealschule Munderkingen, Florian Schwarzer und Arber Jashaniea, holten sich bei allen in Frage kommenden Betrieben und Handwerkern Prospekte; man müsse sich einmal genauer informieren, sagten sie. Und ein Aussteller berichtete: "Wir sind heute auch da, um den Eltern den Rücken zu stärken." Rückenwind hatten die Schüler auch, die im Freien zu den Info-Bussen gingen, um sich über Metall- und Bauberufe zu informieren. Auf einer wankenden Plattform testeten sie aus, ob sie für einen Beruf in luftiger Höhe geeignet sind.

Jetzt warten die die Betriebe und Handwerker darauf, dass sich angehende Auzubildende bei ihnen melden. Dann wird sich zeigen, ob ihr Werben um Auszubildende beim 5. Ausbildungstag erfolgreich war.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel