Großprojekt Einweihung eines Jahrhundertbauwerks

Rechtenstein / Ingeborg Burkhardt 31.07.2017

Das Wasserkraftwerk an der Donau in Rechtenstein war 18 Monate lang Großbaustelle – ein Kraftakt für den Eigentümer und Diplom-Ingenieur Elmar Reitter, die vielen am Bau beteiligten Firmen sowie auch für die Mitarbeiter des Unternehmens. Knapp fünf Millionen Euro hat Reitter in die Sanierung des 1906 in Betrieb genommenen Kraftwerks investiert – und zwar für eine weitere Turbine und modernste Elektrotechnik sowie für den Bau einer neuen Wehranlage in der Donau. Mit einer Jahresleistung von 1,9 Millionen Kilowattstunden wurde die Zukunft des Unternehmens und auch die Stromversorgung der Region Rechtenstein, Obermarchtal bis hinauf nach Oberwilzingen für mehrerer Generationen gesichert. Zudem wurden vor allem mit der neuen Wehranlage die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter sicherer, was dem Kraftwerkbetreiber „am Herzen lag“, wie er betonte.

Tag der Wasserkraft

Am Samstag war „in Rechtenstein der Tag der Wasserkraft“, wie es der stellvertretende Landrat Markus Möller beim Festakt zur Einweihung des Jahrhundertbauwerks bezeichnete. Möller würdigte die Verdienste Reitters für die regenerative Energie, den Umwelt- und den Naturschutz. Dem schlossen sich auch der Präsident der Arbeitsgemeinschaft der 600 Betreiber kleinerer Wasserkraftwerke in Baden-Württemberg, CDU-Landtagsabgeordneter und langjähriger Freund Reitters, Karl-Wilhelm Röhm aus Gomadingen, sowie die Bundestagsabgeordnete Ronja Schmitt und Landtagsabgeordneter Manuel Hagel an, bevor Diakon Johannes Hänn das Bauwerk weihte.

Elmar Reitters Enkelin Kathrin Zitrell malte seelenruhig Donaufische in allen Farben, während ihr Opa die Ehrengäste, seine große Familie mit Tante Leni, die von weit her gekommen war und seine Mitarbeiter begrüßte und ihnen die Geschichte der Planung und den Verlauf der Arbeiten schilderte. Über die Freude darüber, dass die Donau während der Bauzeit kein größeres Hochwasser hatte und es keine Unfälle gab, sprach er den Dank an die Bevölkerung aus, die geduldig die Belästigung durch Lärm und Staub hingenommen habe. Reitter dankte auch seiner Frau für ihr Verständnis, wenn er spät abends angespannt nach Hause gekommen sei.

20 Jahre lang war Reitter stellvertretender Bürgermeister im Ort und sie seien in vielen Dingen einer Meinung gewesen, hob Bürgermeisterin Romy Wurm heraus. Sie liebe den Sonnenschein und der Wasserkraftwerkbesitzer den Regen. Deshalb hatte sie für ihn zur Einweihung des Jahrhundertbauwerks, wie es die Bürger bezeichnet hätten, einen Schirm in Regenbogenfarben mitgebracht. Sie dankte Reitter dafür, dass er vor Baubeginn die Bürger bei einer Informationsveranstaltung unterrichtet habe, was auf sie zukommen werde. Nun aber würden sich alle darüber freuen, dass das moderne Werk fertig ist, auch wenn sie ein bisschen die Romantik vermissten. Sie als Bürgermeisterin habe sich immer gefreut, wenn sie morgens von ihrem Wohnhaus aus gesehen habe, dass auf der Baustelle die Arbeit läuft.

Mit einer Computerpräsentation zeigte Ingenieur Dr. Andreas Hutarew vom gleichnamigen Büro in Pforzheim während seiner Rede, was in den 18 Monaten auf der Baustelle bewegt worden ist. Zur Erinnerung an die gute Zusammenarbeit überreichte er dem Bauherrn und Freund eine gerahmte Dokumentation der Bauarbeiten und kleine Geschenke. Mit Kaffee und Kuchen wurden am Nachmittag die mehr als 500 Bürger versorgt, die sich beim Tag der offenen Tür durch das Wasserkraftwerk führen ließen und staunten, wie gut das alles geworden ist – und vielleicht wird es mit der Fertigstellung der Außenanlage am anderen Donauufer auch noch wieder ein bisschen romantisch.