Ehingen Einsatz am Wenzelstein Kinder verschönern Hof mit Farbe - Kritik am Spielplatz

Ehingen / ANDREAS HACKER 21.06.2014
Die Aufgaben stellen sich mit gleicher Dringlichkeit: Kinder und Jugendliche haben am Wenzelstein ihr Quartier untersucht und dabei erneut festgestellt, dass der Spielplatz an der Breslauer Straße Mängel hat.

Mit einer Malaktion im Hof des evangelischen Gemeindezentrums in der Adlerstraße ist das Ferienprogramm im Caritas-Projekt "Mitmachen am Wenzelstein" zu Ende gegangen. Drei Tage lang haben sich jeweils mehr als 30 Kinder für ihr Wohngebiet engagiert; das Verschönern des Hofs mit Vorzeichnen der Entwürfe mit Kreide und das Nachmalen mit wetterfester Farbe war dabei aber nur ein Teil. Dazwischen haben die Kinder und Jugendlichen bei einer Wohngebietsbegehung erneut ihr Quartier unter die Lupe genommen und die Ergebnisse so aufbereitet, dass sie Eltern und Großeltern vorgestellt werden konnten. In Stadtpläne ihres Umfelds haben sie eingetragen, was ihn gefällt und was sie stört, haben dazu Bilder gemalt und die wichtigsten Punkte mit Symbolen gekennzeichnet - ein lachendes Smiley für Schönes, ein trauriges für die kaputte Hütte am Spielplatz an der Breslauer Straße oder die Kippen am Saurücken, und ein anerkennendes "Daumen hoch" für das Gebiet um den Blauen Steinbruch.

Es sind die selben Themen, die die jungen Wenzelstein-Bewohner schon länger vorbringen, weshalb Projekt-Mitarbeiterin Dr. Ursula von Helldorff hofft, dass sich zum Beispiel beim Spielplatz an der Breslauer Straße bald etwas tut. Die Hütte ist derzeit abgesperrt, die Skaterrampe meist leer. Gespräche liefen, sagt sie, Ziel sei eine Lösung in Übereinkunft mit den Anwohnern.

Die Wohngebietserkundung hat ihren festen Platz in der Arbeit am Wenzelstein, seit die Caritas dort mit dem ersten Projekt Familienzeit begonnen hat. Ein Anliegen dabei ist, den Kindern das Gefühl zu geben, dass ihre Anliegen ernstgenommen werden. So wie beim Malen im Hof, der offenbar ein wichtiger Platz zum Spielen ist. Dass die evangelischen Kirchengemeinde zugestimmt hat, die Mauer zu bemalen, fanden die Kinder und Jugendlichen jetzt gut.

Es sei wichtig, nicht nur Erwachsene zu fragen, hat Ursula von Helldorff zum Start der Projektarbeit gesagt, die jetzt dank einer Förderung durch die Stiftung Kinderland für weitere drei Jahre gesichert ist. An Hinweisen der Kinder mangelt es nicht: Vor allem der Zustand der Spielplätze wird bemängelt, und sie wollen dort, wo sie wohnen, auch ihre Freizeit verbringen. Deshalb stellt sich für Caritas wie Kirche die Frage, wie am Wenzelstein eine dauerhafte Gemeinwesenarbeit aufgebaut werden kann.

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