Museum Eingangsbereich freundlicher

Andreas Hacker 16.05.2018

Ein Museum ist nie fertig“, hat Ehingens Stadtarchivar Dr. Ludwig Ohngemach bei der Hauptversammlung der Museumsgesellschaft gesagt und angekündigt, dass der Eingangsbereich verbessert werden soll. Der spiele eine besondere Rolle, ergänzt jetzt auf Anfrage Bettina Gihr als Sprecherin der Stadt, soll er doch möglichst einladend wirken und möglichst keine Wartehallenatmosphäre aufweisen. Die Stadt hat nach Angaben Gihrs daher die unverzichtbaren Schließfächer verlagert und will auch noch versuchsweise das eine oder andere Möbel, den einen oder anderen Einrichtungsgegenstand umstellen. Bisher stehen dort auch noch alte Stühle aus der alten Stadthalle; die Sitzgelegenheiten mit dem Ehinger Wappen in der Lehne erweisen sich vor allem für die Ehrenamtlichen der Museumsgesellschaft als bequem und praktisch. Ziel der Stadt sei es, sagt Gihr, eine Umgebung zu schaffen, in der man sich gerne aufhält, um zum Beispiel zu warten, bis die anderen Mitglieder der Reisegruppe mit dem Museumsrundgang fertig sind oder bis die Führung durchs Museum beginnt.

Ohngemach informierte bei der Museumsgesellschaft auch über Neuerungen im Bereich der geologischen Abteilung, wo es in einer Art Pilotversuch zum Einsatz von moderner Informationstechnologie kommen soll. „Wir wollen versuchen, was man mit Bildschirmen alles anschaulicher machen kann“, sagte der Museumsleiter, „wir wollen aber keine Bildschirme um jeden Preis und auch nicht nur um ein paar Knöpfe zu drücken.“

Ohngemach hat an diesem Abend auch davon berichtet, dass es der Stadt gelungen ist, nach einem Hinweis aus der Museumsgesellschaft eine im Internet angebotene Taschenuhr des Stadtuhrmachers Eduard Kempter für das Museum zu ersteigern.

Der Name Kempter war im alten Ehingen häufig vertreten, hat Walter A. Schaupp von der Museumsgesellschaft recherchiert. Mindestens zwei Angehörige der Familie waren Feinmechaniker, der eine, Eduard, Uhrmacher, der andere, Paul, Goldarbeiter – heute würde man Goldschmied sagen –, und alle waren am Ende der Oberen Stadt zuhause, kurz vor dem Übergang in die Vorstadt, also im Bereich des ehemaligen Nikolaustores. Eduard Kempter hatte Geschäft und Laden in der Hauptstraße 39; 1943 war es noch im Besitz der „Geschwister Kempter – Uhrmacher und Erben“, die älteren Ehinger erinnern sich noch an das Antiquitätengeschäft Bludau, das in den 1960er Jahren abgerissen und nicht durch einen Neubau ersetzt worden war. Paul Kempter führte sein Geschäft in der rechten Hälfte des heutigen Schuhhauses Brunner. Ein weiterer Kempter war im Haus Hauptstraße 38 untergebracht. Er war dem Beruf des Seilers nachgegangen.

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