Musik Eine digitale Sakralorgel für die Pauluskirche?

Beim Test der digitalen Orgel (v.li.): Orgelbauer Wolfgang Förg, Organist Hermann Huber und Pfarrer Thomas Ströbel.
Beim Test der digitalen Orgel (v.li.): Orgelbauer Wolfgang Förg, Organist Hermann Huber und Pfarrer Thomas Ströbel. © Foto: Sobkowiak
Schelklingen / LOTHAR SOBKOWIAK 05.07.2017

In der evangelischen Pauluskirche Schelklingen führte ein Musikhaus aus dem Allgäu am Sonntag der Gemeinde eine digitale Sakralorgel vor. Pfarrer Thomas Ströbel begrüßte die Zuhörer in der Kirche. Bevor der Kirchengemeinderat mit Pfarrer Ströbel darüber befinden wird, ob die Kirchenorgel auf der Empore aus den 1960er Jahren restauriert wird oder ob eine neue Orgel angeschafft wird, sollten sich die Besucher Gehör verschaffen, wie die neuen Pfeifen klingen.

Alternative zur Sanierung

Womöglich wäre eine digitale Orgel eine gute Alternative zur kostspieligen Sanierung. Experte Wolfgang Förg stellte dann die digitale Orgel vor. Oberhalb der zweimanualigen Holzklaviatur sind bei ihr zwar Flöten angeordnet. Diese sind aber nur Zierde, so Förg. Der Ton kommt aus 16 Lautsprechern, die dahinter angebracht sind. Umso mehr beeindruckte die über eine Stunde dauernde Vorführung der Orgel. Organist Hermann Huber spielte zahlreiche Kirchenlieder. Die digitale Orgel bietet viele Möglichkeiten, einzelne Register auszuwählen. Sie wurden dem Instrument im Samplingverfahren einprogrammiert. Das bedeutet, dass zuvor aufgezeichnete Töne von echten Pfeifen mit einer Software bearbeitet und in die Elektronik der Orgel übertragen werden. Tatsächlich konnte der Besucher bei geschlossenen Augen keinen Unterschied zwischen der Elektronik und der herkömmlichen Orgelpfeife hören. Die Orgel könne fast alles, sagte Förg. Sogar das Schlagzeug ersetzen mit Hilfe eines geeignetem Sequenzers, der hinzu bestellt werden kann.

Wartungsfreiheit versprochen

Wenn kein Organist zur Verfügung stehe, können die kompletten Lieder aus dem evangelischen Gesangbuch oder dem Gotteslob der katholischen Kirche mit einer Software in die Orgel eingelesen werden und dann per Fernbedienung abgerufen werden. Ob sich der Kirchenrat für die rund 30 000 Euro teure digitale Orgel entscheidet, wird sich zeigen. Fachmann Förg sprach noch davon, dass die digitale Orgel wartungsfrei sei. Im Anschluss an die Vorführung war bei Kaffee und Kuchen jedenfalls weitgehend Zustimmung zu hören, sich der alten Orgel zu entledigen und musikalisch ins digitale Zeitalter überzugehen.

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