Rückblick Ein Umzug zum Jubiläum

Mit einem Umzug wurde 1993 das Jubiläum „900 Jahre Kirchen“ gefeiert. Die Deppenhausener lieferten als Bauern den Zehnten ab und die Stettener brachte einen Garbenwagen
Mit einem Umzug wurde 1993 das Jubiläum „900 Jahre Kirchen“ gefeiert. Die Deppenhausener lieferten als Bauern den Zehnten ab und die Stettener brachte einen Garbenwagen © Foto: Josef Haible
Ehingen / jir 21.06.2018

Vor 25 Jahren

„900 Jahre Kirchen“ – dieses große Jubiläum galt es vor 25 Jahren entsprechend zu feiern. Höhepunkt war – ähnlich wie jetzt beim Kreismusikfest –  ein Fest mit einem historischen Umzug durch den Ort. Von Bauern samt Kuhgespann über Handwerker und Ritter bis zum Heiligen Sebastian reichte die Bandbreite derer, die durch die Straßen zogen, vorbei an unzähligen Zuschauern. Natürlich durfte auch die Musikkapelle Kirchen nicht fehlen, und die Ehrengäste fuhren auf einem Zweispänner.

In Unterstadion wurde vor 25 Jahren der grundlegend sanierte und erweiterte Kindergarten St. Josef feierlich eingeweiht. Das Ereignis sei ein Fest für die ganze Gemeinde gewesen – mit Segnung der neuen Räume, einer Feier und einem Tag der offenen Tür, der sehr viele Besucher angelockt habe, hieß es. Rund 1,4 Millionen Mark waren in das Bauprojekt investiert worden.

Die Grund- und Hauptschule im Schulzentrum in Munderkingen platzte 1993 nach dem Einzug der sieben Grundschulklassen aus der Uhlandschule aus allen Nähten. Zudem sollten zum neuen Schuljahr mehr Erstklässler dazukommen als Neuntklässler abgingen. Der Gemeinderat entschied sich daher für den Kauf eines Pavillons in Fertigbauweise mit zwei Klassenzimmern für knapp 400 000 Mark. Den Einsatz von Treibstoff aus Rapsöl in den Schleppern der Landwirte, wie er in Österreich schon praktiziert wurde, befürwortete nun auch der Bauernverband Ehingen. Gespräche mit der Landwirtschaftlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaft (BAG) seien bereits im Gange, schilderte Kreisobmann Hans Götz. Begründung: Wer in Zukunft noch Raps als nachwachsenden Rohstoff auf Stilllegungsflächen anbauen wolle, der müsse auch neue Wege gehen, um den Absatz des Rapses zu gewährleisten.

Vor 50 Jahren

Erst zum zweiten Mal wurde er veranstaltet – und war schon gleich ein großer Publikumsmag­n­et: der Ehinger Modellflugtag am Schlechtenfelder Hang. Auf etwa 5000 wurde die Besucherzahl von den Veranstaltern, den Modellfliegern und dem Sportfliegerclub, geschätzt; unter den Gästen war sogar Baron Dr. von König aus Warthausen, der 1928 den ersten Flug um die Welt mit einem Sportflugzeug gewagt hatte. Die Erwartungen der Zuschauer seien dank waghalsiger Motorkunst- und Segelflüge mit Loopings, Sturzflügen und mehr voll erfüllt worden, war zu lesen. Bei schönem Wetter sei es ein richtiges Volksfest gewesen. Die Modellbauer konnten sich dank des Erfolgs den Wunsch nach Räumen für eine eigene Jugendgruppe erfüllen.

Die Engel-Molkerei in Obermarchtal stand vor dem Aus. Der Familienbetrieb sollte zum 1. Juli 1968 seine Pforten schließen. 40 Molkereigenossenschaften, die überwiegend ihren Sitz im Ehinger Kreisgebiet hatten und bislang die Engel-Molkerei belieferten, waren davon betroffen. Künftig sollte die Rahm- und Frischmilchproduktion der 40 Genossenschaften überwiegend vom Bezirksbutterwerk Riedlingen sowie zum kleinen Teil von der Milchverwertung Ulm übernommen werden. Die Stilllegung der Engel-Molkerei sei überraschend gekommen, hieß es, da der Betrieb solide gewirtschaftet habe, jedoch standen hohe Investitionen bevor.

Drei Verkehrstote innerhalb einer Woche hatte der Kreis Ehingen zu beklagen. Zwei der Verunglückten waren noch Kinder – sieben und zwei Jahre alt.  Ein 51-jähriger Radfahrer kam an der Rammingerkreuzung in Ehingen zu Tode, der Siebenjährige bei einer Fahrt mit einer Seifenkisten von einem Verbindungsweg auf den Büchelesweg in Ehingen. Und das zweijährige Kind wurde auf einem Feldweg zwischen Mundingen und Kirchen von einem Auto erfasst. Unachtsamkeit, Leichtsinn und zu hohes Tempo waren die Ursachen.

Was die Welt vor 50 Jahren bewegte

Pioniertat Ärzte des Karl-Bremer-Hospitals im südafrikanischen Kapstadt schrieben vor 50 Jahren Medizingeschichte. Sie hatten einem Patienten, der seit zehn Jahren auf einem Auge blind war, erfolgreich die Hornhaut eines Pavians übertragen. Dies sei die erste Hornhauttransplantation dieser Art zwischen Tier und Mensch gewesen, hieß es. Der Mann habe die volle Sehkraft auf dem Auge zurückerhalten und könne damit auch wieder Zeitung lesen. In London mehrten sich unterdessen nach dem Tod des ersten britischen herztransplantierten Patienten kritische Stimmen, die zumindest die Verpflanzung von Herzen noch für verfrüht hielten. jir

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