Öpfingen Ein Ritter der Schwarzwurst

Franz und Renate Weinbuch freuen sich über den Schwarzwurst-Ritter-Orden. Dieser wird von der Bruderschaft der Schwarzwurst-Ritter verliehen. Foto: Emmenlauer
Franz und Renate Weinbuch freuen sich über den Schwarzwurst-Ritter-Orden. Dieser wird von der Bruderschaft der Schwarzwurst-Ritter verliehen. Foto: Emmenlauer
Öpfingen / RENATE EMMENLAUER 06.07.2013
Franz Weinbuch ist neuer Schwarzwurst-Ritter der gleichnamigen französischen Bruderschaft. Drei Produkte der Öpfinger Metzgerei wurden mit Medaillen in Gold, Silber und Bronze ausgezeichnet.

Rund 600 Teilnehmer verbuchte der weltweit größte Schwarzwurstwettbewerb der Bruderschaft der Schwarzwurst-Ritter im französischen Mortagne-au-Perche. Mehrheitlich Bewerber aus Frankreich, aber auch aus Deutschland, Irland, Österreich, der Schweiz, von den Antillen und aus Japan waren dabei.

Die Bruderschaft hat sich zum Ziel gesetzt, den Ruf und die Qualität der Blutwurst des Landes und aller am Wettbewerb teilnehmenden Länder zu verteidigen und darüber hinaus zum guten Ruf der französischen Küche beizutragen.

"Wir haben Kunden, die nehmen die geräucherte Öpfinger Schwarzwurst gerne als Gastgeschenk mit. So ist unsere Wurst eigentlich rund um die Erdkugel bekannt", freuen sich die Öpfinger Metzger Franz und Renate Weinbuch. "Weil aus Frankreich öfters Anfragen für Bestellungen kamen, ebenso der Hinweis auf den internationalen Schwarzwurst-Wettbewerb, haben wir einfach drei unserer Produkte hingeschickt, um sie den strengen Maßstäben der Jury zu unterziehen", sagt er.

Einige Wochen danach flatterte eine Einladung ins Haus: Alle drei Produkte seien prämiert worden. Gold für das Original, Silber für die so genannten Schwarzwurst-Bonbons, Silber für die dicke Schwarzwurst. Deshalb habe die Bruderschaft beschlossen, den Öpfinger Metzger mit der begehrten Auszeichnung zu ehren, ihn zum Schwarzwurst-Ritter zu schlagen und in der 1963 gegründeten Bruderschaft aufzunehmen.

Zwei Wochen später saßen Franz und Renate Weinbuch im Flugzeug nach Paris und fuhren danach mit dem Leihwagen in den Süden der Normandie. "Es war ein unvergessliches Erlebnis für uns. In Frankreich genießt die Esskultur einen hohen Stellenwert. Hier wird das Essen noch zelebriert."

In Mortagne-au-Perche angekommen, waren sie inmitten des großen Festes der Bruderschaft, bei dem die Würdenträger ihre Trachten tragen. Einem Umzug durch die Stadt folgte der Höhepunkt, die Ritterweihe. Der jeweilige Kandidat wird von einem Paten oder Großmeister vorgestellt, dann muss er selbst den Eid vorlesen, der auf deutsch übersetzt lautet: "Auf Grill und Gabel schwöre ich, dass ich für alle Zeiten und an allen Orten die Schwarzwurst verteidigen, für sie werben, ihre Verdienste preisen und dazu beitragen werde, dass sich ihr guter Ruf ständig vermehrt in Mortagne-auc-Perche und überall." Wie Franz Weinbuch berichtet, musste er nach der Eidsprechung ein Stück Schwarzwurst verkosten. Dann kam der Ritterschlag durch den Großmeister, der ihn als Symbol mit einem Bratwurstspieß auf beide Schulterseiten geschlagen habe und sagte: "Bei Hiram, dem König Tyr und den Phöniziern, den Erfindern der Schwarzwurst und bei Lukullus, dem Meister der Kochkünste, schlage ich dich zum Schwarzwurst-Ritter."

Gut in Erinnerung ist Franz Weinbuch noch sein Lampenfieber auf der Bühne. "Man wird ja nicht alle Tage zum Ritter geschlagen und bekommt noch drei Urkunden und drei Medaillen überreicht." Im Anschluss gab es ein Festmenü mit sieben Gängen, bei dem Kreationen der Schwarzwurst nicht fehlen durften. Und nächstes Jahr wollen sich die Weinbuchs dann noch steigern - Gold in allen drei Kategorien.

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