Die Schelklinger Altstadt verändert ihr Gesicht. Für die Färbergasse 12 hat Architekt Marcus Fundel aus Ehingen ein neues Gebäude geplant. Die Schelklinger Stadträte haben in der vergangenen Woche einem entsprechenden Baugesuch zugestimmt. Für das neue Mehrfamilienhaus wird das alte Haus in der Färbergasse abgerissen. Die bisherigen Bewohner erhalten eine Wohnung in dem Gebäude.

Entstehen soll ein Haus, in dem sieben Parteien Platz finden. Die Wohnungen sollen von 60 bis zu 130 Quadratmeter groß sein, alle haben einen Balkon oder eine Terrasse. Ein Aufzug führt die Bewohner nach oben, alle Wohnungen sind stufenfrei begehbar. Das sei mittlerweile eine wichtige Eigenschaft einer Immobilie, sagt Fundel – gerade Ältere legen auf so etwas Wert.

Tendenz zur Stadtwohnung

Auch in Schelklingen ist die Tendenz zu sehen, dass Senioren ihr Eigenheim im Grünen aufgeben, um in der Stadt eine Wohnung zu beziehen. Denn ein Haus mit großem Garten ist wesentlich aufwendiger zu pflegen als eine Wohnung in der Stadt. Zudem sind Arzt, Behörden und Läden dort leicht erreichbar. Stellplätze befinden sich im hinteren Bereich. Auf die Planung einer Tiefgarage hat Fundel verzichtet – dazu sei das Grundstück zu verwinkelt. Zudem befinden sich viele andere Gebäude in enger Nachbarschaft, eine Grube für eine Tiefgarage auszuheben sei da nicht so einfach.

Der Architekt rechnet damit, dass der Altbau im März abgerissen werden kann. Von April an soll dann gebaut werden. Die Bauzeit betrage etwa eineinhalb Jahre, schätzt der Architekt. Es komme darauf an, wie der Untergrund unter dem alten Gebäude beschaffen sei. Mit archäologischen Entdeckungen rechnet Fundel nicht, das sei vorher schon untersucht worden. Ausführendes Unternehmen ist übrigens die Firma Fundelbau von Sonja Fundel, der Ehefrau von Marcus Fundel.

Der Architekt ist überzeugt von Schelklingen als Standort für neue Projekte. Die Stadt sei attraktiv, auch durch ihre Lage – man gelange von Schelklingen aus mit dem Zug innerhalb von rund 20 Minuten an den Ulmer Hauptbahnhof und zurück. Und trotzdem zahle man in Schelklingen nur rund die Hälfte der Immobilienpreise, die im teuren Ulm aufgerufen werden.

Raus aus den Ballungszentren

Die akute Bauplatznot in den Ballungszentren erhöhe die Attraktivität des Umlandes. Fundel lobt auch die Zusammenarbeit mit der Schelklinger Stadtverwaltung und Stadtplaner Clemens Künster. Aus zwei Entwürfen sei in Absprache mit Stadt und Stadtplaner eine Planung ausgewählt worden. „Für uns passt das so“, sagt der Architekt. Für Fundel ist es das erste Projekt in Schelklingen – aber es werde wohl nicht das letzte sein, sagt er.

Die Schelklinger Stadträte äußerten sich übrigens positiv zu dem Bauvorhaben. Er begrüße es, dass in dem sensiblen Altstadtbereich ein Bau geplant sei. Das bedeute Zukunftsentwicklung für die Stadt, sagte Paul Glökler (CDU).