Krippenspiel Ein Jesuskind namens Franziska

Christina Kirsch 27.12.2016

Mit dem Lied „Ihr Kinderlein kommet“ begann die Krippenfeier in der Kirchbierlinger Kirche St. Martin. Und alle Kinderlein kamen. Viele Kinder kamen an der Hand ihrer Mütter und Väter. Das waren die Zuschauerkinder. Nicht viel weniger Kinder kamen geschminkt, kostümiert und textsicher, um miteinander die Weihnachtsgeschichte von Maria und Josef nachzuspielen. Das war spannend und einfühlsam erzählt.

Auch an Überraschungen fehlte es nicht, denn die Heiligen Drei Könige kamen mit ihren Kamelen zur Türe herein. Und in der Krippe lag ein echtes Jesuskind aus Kirchbierlingen. Das Kindlein war zwar nicht neugeboren, sondern schon vier Monate alt. Außerdem hieß es Franziska und war somit ein weiblicher Retter der Menschheit. Wie schön. Jesuskind Franziska lag auch nicht in einer Krippe auf Heu und Stroh, sondern gut eingepackt in Windeln und Kapuzenmäntelchen in ihrer vertrauten Babywippe. Das Baby wurde vor allem von der Maria nicht aus den Augen gelassen und auch der Josef schaute es liebevoll an.

Die biblische Szenerie war perfekt und anrührend zugleich. Um das alles sehen zu können, erlebten die Zuschauerkinder die Feier stehend auf der Kirchenbank, um ja nichts zu verpassen. Langweilig wurde es niemandem. Die Feier, die unter der Regie von Conny Weber einstudiert worden war, zog sich durch die ganze Kirche und beteiligte eine wahre Heerschar an Kindern, die alle ihre Rollen fanden. Ein nicht minder großes Heer an helfenden Händen, die im Vorfeld Kostüme nähten, Requisiten sammelten und Wirtshausschilder für die Herbergssuche malten, sorgte für eine Feier, wie sie vielleicht nur noch in einer funktionierenden Dorfgemeinschaft gestemmt werden kann. Jeder, der mitspielen wollte, wurde eingebunden. Die Schafherde und der Chor waren bei der Feier variable Größen, die selbst in letzter Minute noch ergänzt werden konnten. Da machte es auch nichts, wenn ein Schäfchen streikte und die Herde verließ oder bei einem anderen Schäfchen die festgeklemmten Schäfchen-Ohren noch zu reparieren waren.

Erfüllt nach Hause

„Endlich ist er da, der Heilige Abend“, sprach Diakon Roland Gaschler den Kindern und ihren Eltern aus dem Herzen. Selbstbewusst trat der Schüler Luca an das Mikrophon und las die Weihnachtsgeschichte, während Roland Gaschler selber das Spiel in der Kirchenbank genießen konnte und mit den Schlussworten für eine runden Abschluss sorgte. Jesuskind Franziska hat übrigens bestens durchgehalten. Bei der Anbetung der Könige rutschte ihr die Kapuze über die Augen und von Gold, Weihrauch und Myrrhe war sie nicht ganz so angetan. Aber als einer der Könige, unter dessen Mantel man ein großes Geschwisterkind vermuten durfte, das Jesuskind auf den Schoß nahm, war alles wieder gut.

Ganz erfüllt von diesem Krippenspiel gingen die Menschen einem friedlichen Heiligen Abend im heimischen Wohnzimmer entgegen. Und bei den meisten wurde die Geschichte von Jesus Franziska und den Jungs unter der Kamelhaardecke weiter erzählt.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel