Breitbandausbau Breitbandausbau: Ein großer Schritt für Kirchen

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Bildtext © Foto: Andreas Hacker
Kirchen / Andreas Hacker 14.12.2017
Bei der Informationsveranstaltung des Netzbetreibers NetCom BW zum Breitbandausbau ist das Interesse groß. Das Glasfaser kommt zunächst nur bis zu zwei Kabelverzweigern.

Das Interesse ist groß. Rund 150 Bürger aus Kirchen und seinen Teilorten waren am Dienstagabend in die Halle gekommen, um sich vom Netzbetreiber NetCom BW erklären zu lassen, wie der Aufbruch in Richtung schnelles Internet aussehen könnte. Der ist in unmittelbare Nähe gerückt, denn nach den Leerrohren hat jetzt auch das Glasfaser Kirchen erreicht – zumindest mal den ersten Kabelverzweiger (KVZ) beim Gasthaus „Fuchs“. In den nächsten Tagen soll auch die Strecke bis zum zweiten KVZ in der Osterstraße geschafft werden. Dann gibt es zunächst zwei Punkte und davon ausgehend reichlich Hoffnung, denn die NetCom BW verspricht für Privat- wie Geschäftskunden im Umkreis von rund 400 Metern um so einen KVZ eine Übertragungsrate von 50 MBit/s. Das sind 50 000 KB in der Sekunde und damit ungleich mehr als der aktuelle Stand. Den hat Ortsvorsteher Alfred Schrode zu Beginn der Informationsveranstaltung   so beschrieben: zwischen 384 und knapp 2000 KB/s.

Mitte, spätestens Ende Januar soll jeder Haushalt in Kirchen auf der Homepage von NetCom BW nach Eingabe von Straße und Hausnummer ablesen können, welche Geschwindigkeiten für ihn verfügbar sind. Der Netzbetreiber unterbreitet Startangebote von 29,90 Euro im Monat für Privatkunden mit Internetflat und Telefonanschluss mit Flatrate ins Festnetz, die sich nach sechs Monaten dann je nach Übertragungsrate auf 39,90 bis 59,90 erhöhen. Dazu kommen einmalig 20 Euro Anschlussgebühren.

Für Alfred Schrode ist das ein großer Schritt in die richtige Richtung, auch wenn das Glasfaser vorerst nur bis in die KVZ reicht und die letzten Meter ins jeweilige Haus Kupferkabel sind. Gleichzeitig wurde aber auch klar, dass nicht alle in Kirchen schon im Frühjahr 2018 in Richtung schnelles Internet marschieren können: Der dritte KVZ oben an der Brunnenstraße kann erst nach deren Ausbau im kommenden Jahr ans Glasfaser angeschlossen werden, und die Häuser im bestehenden und geplanten neuen Baugebiet können erst angebunden werden, wenn die für 2019 geplante Verbindung nach Mühlen entsteht.

Nächste Schritte in Planung

Für die Stadt bat Baudezernent Andreas Erwerle um Verständnis, dass der Breitbandausbau zunächst der Planung für das Backbone-Netz folge und dieses so stark sein müsse, dass es den ganzen Kreis versorgen könne. Gleichzeitig stellte Jürgen Schneider vom Bauamt der Stadt weitere Etappen vor: 2018 werden die Förderanträge für die Trassen nach Mühlen, Briel, Altsteußlingen, Deppenhausen und Stetten gestellt in der Hoffnung, diese 2019 auch bauen zu können. Die Weiterführung über Kirchen hinaus ist im Bau, in Richtung Dächingen wie nach Mundingen.

Schneider warb erneut für die Möglichkeit, sich beim Bau der Backbone-Trasse gleich ein Leerrohr bis ins Haus legen zu lassen, über das später dann ein Glasfaser eingeblasen werden kann. Nur dieser Standard, also Glasfaser bis ins Haus, ist nach Überzeugung der Stadt zukunftssicher, weil es bei den Übertragungsraten nach oben keine Grenze gibt. Doch die Nachfrage nach solchen Hausanschlüssen, die nach Angaben Schneiders im Spezialfall 1300 Euro und im Normalfall 2300 Euro kosten, sei noch verhalten, erklärt OB Alexander Baumann auf Anfrage. Für den Oberbürgermeister gibt es da aber keinen Zweifel: „Das muss uns klar sein: Wir brauchen das irgendwann, um nicht abgehängt zu werden. Da muss ich nur an die Entwicklung beim Fernsehen denken.“

KVZ: Graue Kästen mit großer Bedeutung

Technik Beim jetzigen Schritt in Richtung schnelles Internet spielen die KVZs eine wichtige Rolle, die Kabelverzweiger. Bis zu den grauen Schränken wird Glasfaser geführt, von dort sind die umliegenden Haushalte meist noch mit Kupferkabel angebunden. Bis zu einer Entfernung von 400 Metern will NetCom eine Übertragungsrate von 50 MBit/s sichern, für Entfernungen von bis zu 800 oder 900 Metern noch 30 MBit/s und darüberhinaus bis auf wenige Ausnahmen immerhin noch 16 MBit/s.

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