Pflege Ein Glücksfall für St. Hildegard

Feier in Oberdischingen: Bernhard Reitnauer, Beauftragter des Deutschen Ordens für Schwestern aus Indien und Heimleiterin Maria Ott mit den Schwester Soniya, Mary und Siji (von links).
Feier in Oberdischingen: Bernhard Reitnauer, Beauftragter des Deutschen Ordens für Schwestern aus Indien und Heimleiterin Maria Ott mit den Schwester Soniya, Mary und Siji (von links). © Foto: Emmenlauer
Renate Emmenlauer 15.02.2018

Jetzt haben sie es schriftlich: Schwester Siji und Schwester Soniya haben in einer Feier im Altenheim St. Hildegard ihre Urkunden als ausgebildete Fachkräfte im Bereich Gesundheits- und Krankenpflege bekommen. Eigens dafür angereist war Bernhard Reitnauer als Beauftragter vom Deutschen Orden als Träger das Heims mit 65 Pflegeplätzen. Der Theologe, der für die Betreuung indischer Ordensfrauen als künftige Pflegekräfte in Deutschland zuständig ist, lobte deren fachliche Voraussetzungen. Der schulische Werdegang der drei Schwestern aus dem Orden „Unbefleckte Empfängnis der Mutter Maria“ weise allesamt höhere Bildungsabschlüsse auf, von der High School bis zum Abitur. Zudem seien sie mit abgeschlossener Ausbildung als Krankenschwestern und langjähriger Pflegeerfahrung nach Oberdischingen gekommen.

Für Heimdirektorin Maria Ott ist das ein Glücksfall. „Die indischen Schwestern sind für unsere Einrichtung eine wahre Bereicherung, fachlich und menschlich. Sie bringen eine wohltuende, sehr freundliche und zuvorkommende Kultur mit. Sie strahlen zudem Herzlichkeit und Fröhlichkeit aus“, sagte sie. Dies bestätigten reihum auch die zehn Bewohner, die an der Feier teilgenommen haben. „Wir sind sehr gern hier. Die Kollegen und Bewohner sind alle nett. Wir fühlen uns hier wohl und freuen uns, das Altenheim auch weiterhin unterstützen zu können“, versicherten die Ordensfrauen. Zwei der drei Schwestern haben ihre indische Fachausbildung nun über das Regierungspräsidium anerkennen lassen. Dazu waren intensive Sprachkurse mit Abschluss erforderlich, danach folgten sieben Monate medizinischer Fachpraxis an der Uniklinik Ulm auf den Stationen der Geriatrie, Chirurgie, Innere Medizin, Gynäkologie und Psychiatrie. Mit den drei Schwestern ist in Oberdischingen ein neuer Konvent des indischen Ordens entstanden, der 1971 in Südindien gegründet worden ist. Nach den Worten von Bernhard Reitnauer habe der Bischof von Augsburg der Gründung der neuen indischen Kongregation wohlwollend zugestimmt. Unter der Maßgabe, dass die Ordensschwestern auch hier die Spiritualität, das kirchliche Leben und die christlichen Werte weiterführen können. „Das ist sowieso eine elementare Säule unserer Arbeit. Auch unsere Bewohner soll neben dem pflegerischen Aspekt auch den Glauben leben können. Deshalb sind noch Schwestern aus unserem Deutschen Orden hier in der Pflege tätig“, betont Maria Ott. Sie hofft, dass die drei indischen Schwestern in den nächsten Jahren noch Zuwachs aus ihrer Heimat bekommen. „Unsere Einrichtung würde sehr davon profitieren.“