Biosphärengebiet Ehrliche Bestandsaufnahme

ah 13.02.2018

Zukunftsweisend? Wirkungslos? Noch bis Ende Februar sollen 5000 zufällig ausgewählte Menschen in den 29 Städten und Gemeinden im Biosphärengebiet Schwäbische Alb mit Hilfe eines zehnseitigen Fragebogens mitteilen, wie sie dieses knapp zehn Jahre alte Großschutzgebiet beurteilen. Wie sieht es mit der Akzeptanz im Biosphärengebiet durch dessen Bewohner aus? Wie stark identifizieren sich die Bürger damit? Was erwarten sie? „Die Meinung der Bürgerinnen und Bürger über ihr Biosphärengebiet ist uns sehr wichtig“, betont Achim Nagel, stellvertretender Leiter der Geschäftsstelle Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Nagel hofft auf eine rege Beteiligung an der Bevölkerungsumfrage, denn nur wenn genügend Personen teilnehmen, kann die Umfrage interessante und verwertbare Ergebnisse liefern.

Ziel der Umfrage ist neben der Erstellung eines umfassenden Meinungsbildes die Gewinnung von Handlungsempfehlungen zur künftigen Entwicklung des Biosphärengebiets, heißt es in einer Pressemitteilung des Regierungspräsidiums. Beteiligungsprozesse und Partizipation spielten seit Gründung des Biosphärengebiets vor knapp zehn Jahren eine sehr wichtige Rolle für die Definition von Zielen und die Planung von Projekten. So wurde in den ersten Jahren unter umfangreicher Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern, Behörden, Kommunen, Verbänden und Vereinen ein Rahmenkonzept entwickelt. Dieses Arbeitshandbuch gibt seither die Ziele, Strategien und Projekte des Biosphärengebiets vor. Zudem wurde gemeinsam mit den beteiligten Landkreisen sowie Städten und Gemeinden der Verein „Biosphärengebiet Schwäbische Alb e.V.“ gegründet, der mit inzwischen 136 Mitgliedern aus Vereinen, Verbänden, Unternehmen, Privatpersonen sowie Kommunen die Mitwirkung einer breiten Basis der Gesellschaft an der Entwicklung des Gebiets sicherstellt.

Stärken und Schwächen

Alle zehn Jahre sieht die Weltkulturorganisation  Unesco eine Evaluierung vor, um zu prüfen, wie gut es dem Biosphärengebiet gelingt, den Weg im Spannungsfeld zwischen wirtschaftlichen, ökologischen und gesellschaftlichen Interessen hin zu einer Modellregion für nachhaltige Entwicklung zu beschreiten. „Anlässlich der Unesco-Evaluierung wollen wir objektiv darstellen, wo wir stehen, was uns gut gelingt und was wir noch optimieren können“, ergänzt der wissenschaftliche Koordinator Dr. Volker Häring. Angestrebt wird eine Bewertung, in der sowohl Stärken als auch Schwächen, Chancen und Risiken sowie Erfolge und Misserfolge dargestellt werden. Ziel ist, Hinweise darauf zu bekommen, wo was noch besser gemacht werden sollte.

Häring versichert, dass die Objektivität der Evaluierung durch wissenschaftliche Studien und die Beauftragung von unabhängigen Forscherinnen und Forscher gewährleistet sei. Dabei sei die anonyme Bevölkerungsumfrage ein ganz zentrales Element. Die Ergebnisse liegen voraussichtlich ab Juli vor.

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