Ferienprogramm Ehinger Museum: Zeitreise in vergangene Tage

Ehingen / Johannes Maier 31.08.2018

Ein besonderer Einblick in die Geschichte der Stadt Ehingen offenbarte sich den zahlreich erschienenen Kindern gestern bei einer Führung durch das Ehinger Museum am Viehmarkt. Geleitet von Johannes Lang von der Museumsgesellschaft nahmen im Rahmen des Ferienprogramms 28 Kinder an dem Rundgang teil.

Gewaltige Veränderungen

Startschuss für die Museumsgänger war am dreidimensionalen Nachbau des alten Ehingens. Eine Stadt, die sich ganz zum Erstaunen der Kinder in den vergangenen Jahrhunderten gewaltig verändert hat.

Zwar erkannten sie auf der Karte noch heute markante Sehenswürdigkeiten wie den Marktplatz, die Konviktskirche oder den Bahnhof. Vieles war den Kindern aber noch verborgen geblieben. Beispielsweise die Geschichte der früher noch präsenten Ehinger Stadtmauer und ihren unterschiedlichen Toren. Vom erst 1889 abgebrochenen Nikolaustor, damals in der Nähe der heutigen Stadtbücherei gelegen, über das Ulmer Tor bis hin zum Riedlinger Tor. An einer detaillierten Nachbildung der Tore im nächsten Stockwerk, gewährte Lang den gespannt lauschenden Kindern Einblicke in den Aufbau der für viele längst vergessenen
Bauwerke.

Passend zum regnerischen Wetter erzählte er vom Heiligen Bischof Theodul, von den Ehingern angebetet bei schlechtem Wetter. Eine Reliefdarstellung seines Ebenbildes ließe man damals an der Westseite des Riedlinger Tors anbringen. Die Himmelsrichtung aus der in der Regel die meisten Unwetter nahten. Ursprünglich geplant und erbaut wurde die Mauer mit ihren Toren von den früher vorherrschenden Grafen von Berg.

Im Anschluss durften die Kinder im Dachgeschoss eine ganz andere, ihnen aber viel bekanntere Seite der Vergangenheit kennenlernen: Den Schulalltag längst vergangener Tage. Im Nachbau eines 200 Jahre alten Klassenzimmers verkörperte Lang den Lehrer: „Damals gab es eben einen Rechenschieber anstelle des Taschenrechners.“

Kreide statt Stift

Einige Elemente waren für die auf der Schulbank eingereihten Kinder eine echte Umgewöhnung. Das Schreiben ohne Stift und Papier, dafür mit Täfelchen und Kreide, überhaupt ist die altertümliche Schrift auf den ersten Blick gar nicht so einfach zu entziffern. Auch die strikte und strenge Art der Lehrer hat sich, ganz zur Freude der Kinder, im Laufe der Jahrzehnte gewaltig geändert. Das Schulgefühl strahlte dennoch selbst in der Kürze der Zeit ab. Oder wie eines der an der Erkundungstour teilnehmenden Kinder scherzte: „Jetzt habe ich sogar schon in den Ferien
Schule.“

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