Ehingen Ehinger Bundestagsabgeordneter Heinz Wiese sieht sich Bezirk verpflichtet

Heinz Wiese: Aushelfen bei der Arbeit im Wahlkreis.
Heinz Wiese: Aushelfen bei der Arbeit im Wahlkreis. © Foto: CDU / Archiv
Ehingen / ANDREAS HACKER 09.01.2015
Er will den Rücken frei haben für Sozial- und Bildungspolitik. Deshalb zögert Heinz Wiese in der Debatte um die mögliche Neuordnung der Arbeit in den Bundestagswahlkreisen Ulm und Ravensburg.

In der Diskussion um die Frage, ob die nach dem Tod des CDU-Bundestagsabgeordneten Andreas Schockenhoff notwendige Neubesetzung des Wahlkreises Ravensburg Auswirkungen auf den Wahlkreis Ulm haben wird, hält sich der Ehinger CDU-Bundestagsabgeordnete Heinz Wiese auffällig zurück. Das habe seinen Grund, sagt Wiese, der bei der Bundestagswahl 2013 zum zweiten Mal nach 1998 bis 2002 über die Landesliste Baden-Württemberg in den Bundestag eingezogen ist: "Ich habe mich nie um einen Wahlkreis bemüht", erklärt er und fügt hinzu, dass er sich vor allem dem Bezirk Württemberg-Hohenzollern, den CDU-Sozialausschüssen sowie der Bildungspolitik verpflichtet fühlt. Wiese erinnert an die gemeinsame Zeit, als der heutige Landrat Heinz Seiffert den Wahlkreis Ulm im Bundestag vertreten hat und er ebenfalls im Parlament in Berlin war: "Wir haben uns wunderbar ergänzt"; Seiffert sei für die Themen der großen Politik und die Stadt Ulm zuständig gewesen, und er habe sich mehr ums "Hinterland" gekümmert.

So soll es, geht es nach Wiese, möglichst bleiben. Deshalb hält er auch wenig von der Idee, die vor allem aus dem Kreis Ravensburg laut wird, dass Waldemar Westermayer aus Leutkirch, der am 1. Juli für Annette Schavan ins Parlament nachgerückt ist und seither den Wahlkreis Ulm betreut, nun nach Ravensburg wechseln und der Ehinger Wiese für Ulm zuständig sein soll.

Wiese kann zwar verstehen, dass der Ravensburger CDU-Kreisvorsitzende Rudolf Köberle auf eine für ihn gute Lösung dringt, weil in Ravensburg mit der 25-jährigen Ronja Schmitt aus Calw eine Nachrückerin auf Schockenhoff folgen würde, die noch bis Juni in Norditalien studiert und erst eingearbeitet werden muss. Wiese sieht aber, wie der CDU-Kreisvorsitzende Paul Glökler aus Schelklingen, in Ravensburg vor allem die anderen oberschwäbischen CDU-Bundestagsabgeordneten Josef Rief (Biberach) und Lothar Riebsamen (Bodenseekreis) sowie die Landtagsabgeordneten Köberle (Ravensburg) und Paul Locherer (Wangen) gefordert. Es dürfe nicht sein, sagt Wiese mit Blick auf den CDU-Kreisverband Ulm/Alb-Donau, "dass wir geschwächt aus einer Situation herausgehen, für die wir nichts können", fügt aber gleichzeitig hinzu, dass er bereit sei, zu helfen, wo es notwendig wird.

Für Wiese und viele in der Ehinger CDU war es wichtig, dass Waldemar Westermayer am Sonntag beim Neujahrsfrühschoppen der Kolpingfamilie in Ehingen gesagt hat, er fühle sich "im Wahlkreis gut". Und dass einflussreiche Vertreter der Ehinger CDU wie Gemeinderat Peter Groß deutlich die Erwartung formuliert haben, dass Westermayer diese Legislaturperiode bis 2017 in Ulm bleibe. Gleichzeitig gab Westermayer im Kolpinghaus aber auch klar Hinweise, dass die Wahlkreisarbeit in Ulm und im Alb-Donau-Kreis für ihn befristet ist. Mit 64 sei er dann nicht mehr bereit, nach Abendterminen hier noch stundenlang heim nach Leutkirch zu fahren.

Wie es weitergeht, ist offen. "Es gibt Lösungsansätze", hat Westermayer in Ehingen gesagt und Gespräche mit allen Beteiligten angekündigt, also auch mit Heinz Wiese, mit Ronja Schmitt und mit beiden CDU-Kreisverbänden. "Bis zum Landesparteitag müssen wir Klarheit haben", gibt Paul Glökler eine Frist vor. Der ist am 24. Januar in Ulm, dann nominiert die CDU den jetzigen Landtagspräsidenten Guido Wolf als ihren Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2016.

"Ich will mich einbringen und kann auch Schwerpunkte setzen", formuliert Wiese sein Angebot. Der frühere Lehrer, seit 1967 in der CDU und der CDA, der christlich-demokratischen Arbeitnehmerschaft, kann sich vorstellen, in Ulm wie in Ravensburg Themen wie Bildung und Sozialpolitik zu besetzen.

"Eine schachbrettartige Rochade passiert nicht", hat Thomas Bareiß als Vorsitzender des CDU-Bezirksverbands Württemberg-Hohenzollern zur Wahlkreis-Nachfolge von Schockenhoff gesagt. Geht es nach Wiese, hat Bareiß bei der Suche nach einer Lösung zentrale Bedeutung: "Er muss das koordinieren."

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