Amtsgericht Ehingen: War nur der Alkohol Schuld am Unfall?

Eine Blutprobe zeigte: Der Fahrer, der einen Verkehrsunfall verursacht hatte, stand unter Alkoholeinfluss.
Eine Blutprobe zeigte: Der Fahrer, der einen Verkehrsunfall verursacht hatte, stand unter Alkoholeinfluss. © Foto: Rainer Schäffold
Ehingen / Rainer Schäffold 14.02.2019

War übermäßiger Alkoholgenuss der Grund für einen Autounfall oder technisches Versagen? Um dies zu klären, hat Amtsgerichtsdirektor Wolfgang Lampa gestern einen neuen Termin angesetzt, ein Sachverständiger soll zur Klärung beitragen.

Klar ist indes, dass der 52-jährige Angeklagte im September vergangenen Jahres an einem Vormittag mit seinem BMW zwischen Ringingen und Oberdisch­ingen erst nach rechts von der Straße abkam, dann nach links gegensteuerte und in eine Böschung fuhr. Er und sein Beifahrer überstanden den Unfall unverletzt.

Eine Blutprobe hatte einen Alkoholwert von 1,72 Promille ergeben, zudem hatte der Mann schon seit Juni keinen Führerschein mehr. Er räumte sein Fehlverhalten ein, gab jedoch an, dass ein Problem „hinten am Rad“ der Grund für den Unfall gewesen sei. Das Auto sei nicht mehr zu kontrollieren gewesen, ließ der Rumäne von der Dolmetscherin übersetzen. Außerdem habe er sich fahrtüchtig gefühlt, obwohl er am Abend zuvor einige Bier getrunken habe. Die beiden Zeugen, die am Unfallort gewesen waren, sagten jedenfalls übereinstimmend aus, dass ihnen der Fahrer nicht übermäßig alkoholisiert vorgekommen sei. Laut Bericht vom Tag der Blutprobe habe er körperlich einen „leicht betrunkenen“ Eindruck gemacht.

Ladung ignorieren ist teuer

Trotz Ladung dem Gericht fernbleiben ist übrigens teuer: Richter Lampa verhängte gegen den Beifahrer, der für gestern als Zeuge geladen war und unentschuldigt nicht erschien, ein Bußgeld von 150 Euro oder ersatzweise eine zweitägige Ordnungshaft.

Für den neuen Termin am Mittwoch, 13. März, 13.30 Uhr, wird er erneut geladen werden.

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