Ehingen Fünfter Großbrand in Folge - Hohe Belastung für Feuerwehrleute

Am Morgen nach dem Feuer in dem Haus an der Hauptstraße in Ehingen beginnen die Feuerwehrleute der Brandwache damit, zusammenzupacken. Das Straßenstück ist seit gestern gesperrt.
Am Morgen nach dem Feuer in dem Haus an der Hauptstraße in Ehingen beginnen die Feuerwehrleute der Brandwache damit, zusammenzupacken. Das Straßenstück ist seit gestern gesperrt. © Foto: Stefan Bentele
Ehingen / Stefan Bentele 09.08.2018
Die Feuerwehrleute können nach dem fünften Großbrand in kurzer Folge verschnaufen, die Polizei sucht nach der Brandursache.

„Die Nacht selbst ist ruhig verlaufen“, sagt Oliver Burget, Feuerwehrkommandant in Ehingen, am Donnerstag, am Morgen nach dem Brand in dem Haus an der unteren Hauptstraße. Sechs seiner Kameraden haben in der Nacht Brandwache gehalten, eingreifen mussten sie nicht. Es habe keine Glutnester gegeben, Feuer sei nicht mehr ausgebrochen, sagt Burget.

Fünfter Großbrand innerhalb von drei Wochen

Bis 10.30 Uhr wachten die Einsatzkräfte der Feuerwehr vor dem Haus mit dem zerstörten Dach, in dem das Feuer am Mittwochabend ausgebrochen war und anschließend auf die beiden benachbarten Häuser übergegriffen hatte.

Burget und seine Kameraden zählen nun fünf Großbrände in den vergangenen drei Wochen: Das Feuer in der ehemaligen Brauerei Rose in Berg, jenes im Schuppen in Blienshofen, später der Kellerbrand Oberdischingen, dann der Hausbrand in Öpfingen und nun das Feuer mitten in der Altstadt. An eine ähnlich häufige Abfolge von Bränden in der Vergangenheit kann sich Burget nicht erinnern. „Das ist ein äußerst seltenes Ereignis in Ehingen“, sagt der Feuerwehrkommandant – und schiebt dann noch schnell ein „Gott sei dank“ hinterher.

Noch kein Hinweis auf die Brandursache

Die Polizei hat nach Angaben von Sprecher Wolfgang Jürgens noch keinen Hinweis auf die Brandursache. Es deute derzeit auch nichts auf eine Brandstiftung hin. Das gelte auch für die jüngsten Brände im Raum Ehingen: In Oberdischingen handelte es sich wohl um einen technischen Defekt an einem Wäschetrockner, in Blienshofen gibt es Hinweise auf eine Selbstentzündung von Stroh, zum Brand in Öpfingen laufen die Ermittlungen noch.

Sachschaden in Millionenhöhe

Die Polizei geht derzeit von einem Sachschaden in Höhe von einer Million Euro an den drei Gebäuden aus. Die Häuser sind, wie berichtet, bis auf Weiteres unbewohnbar, die insgesamt 14 Bewohner, die vom Feuer betroffen waren, konnten sich am Mittwochabend selbst in Sicherheit bringen und sind anderweitig untergekommen: Zwölf bei Verwandten, ein Ehepaar in der Notunterkunft der Stadt Ehingen. Zwei Wohnungen stehen dafür bereit, in jeder finden bis zu fünf Personen Platz, wie Bettina Gihr, Sprecherin der Stadtveraltung, gestern auf Nachfrage sagte. Seit 15 Jahren verfügt die Stadt über diese Notunterkünfte.

Der Brandort selbst war am Donnerstag zudem noch mit Absperrband der Polizei abgegrenzt, die Brandspezialisten der Kriminalpolizei Ulm haben am Morgen ihre Ermittlungen wieder aufgenommen. Die Ermittler waren am Mittwoch noch während des Brandes eingetroffen und hatten erste Zeugen befragt und Fotos gemacht.

Hohe Belastung für Feuerwehrleute

Für Burget geht die Arbeit dennoch wie gewohnt weiter, wenngleich nach den vielen Einsätzen eine kleine Erholung ansteht (siehe Info). Die Feuerwehrleute versuchen sich dennoch, von den Strapazen des Einsatzes zu erholen. Zu den hohen Außentemperaturen kamen am Mittwoch noch Temperaturen im dreistelligen Celsius-Bereich wegen des Feuers hinzu. Mit Brandschutzkleidung heize sich der Körper dann gefährlich auf, sagt Burget. Jene Kameraden, die abgelöst wurden, ließen sich kaltes Wasser über die Arme laufen und waren angehalten, viel zu trinken. Burget lobt hierbei noch einmal die schnelle Unterstützung des DRK, das die Rettungskräfte mit Getränken versorgte.

Hitze und Schlafmangel

Zur Hitze gesellt sich noch der Schlafmangel: Der Einsatz dauerte bis tief in die Nacht für die meist ehrenamtlichen Rettungskräfte. „Das zehrt an einem in den Folgetagen.“ Der Kommandant selbst hat in der Nacht anderthalb Stunden geschlafen, viele der Kameraden werden es kaum besser getroffen haben.

Die Stadt Ehingen hat den Bereich in der Hauptstraße abgesperrt, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten. Nach Angaben von Bettina Gihr müsse die Verkehrssicherheit gewährleistet sein. Laut Burget könnten noch immer Gegenstände vom zerstörten Dach herunterfallen und Menschen dort verletzen.

Am Donnerstagmorgen säumten noch zerbrochene Dachziegel, die die Feuerwehr während der Löscharbeiten gezielt entfernte, um einen besseren Angriff auf den Brandherd zu ermöglichen, als Schutthaufen den Straßenrand an der Hauptstraße.

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Handball-Förderverein lädt Einsatzkräfte ein

Dank Der Handball-Förderverein hat die Einsatzkräfte von Feuerwehr, THW; DRK und Polizei, die bei der Brandbekämpfung in Blienshofen mitgewirkt haben, zum Sparkassen-Cup am Wochenende eingeladen, „Wir wollten einfach den Jungs und Mädels Danke sagen für ihr Engagement“, sagt Alexander Wax, Sportdirektor des Ehinger Vereins zur Förderung des Handballsports. „Darüber haben wir uns sehr gefreut“, sagt Feuerwehrkommandant Oliver Burget.

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