Jahrestag Ehingen: Kneißles feiern Diamantene Hochzeit

Hella und Karl Kneißle feiern demnächst mit ihren Kindern und ihren Enkelkindern ihre Diamantene Hochzeit.
Hella und Karl Kneißle feiern demnächst mit ihren Kindern und ihren Enkelkindern ihre Diamantene Hochzeit. © Foto: Christina Kirsch
Ehingen / Christina Kirsch 27.08.2018
Hella und Karl Kneißle aus Ehingen feiern bei guter Gesundheit ihre Diamantene Hochzeit.

Im Garten schützen Hauben den Salat, im Flur stehen Blumen und auf dem Esstisch prangt ein üppiges Kerzengesteck. Bei Hella und Karl Kneißle im Ehinger Elzengraben merkt man, dass hier auf Ordnung und Wohlbefinden Wert gelegt wird.

„Wir haben jeden Tag zu tun“, bestätigt denn auch das Ehepaar, das am Mittwoch, 29. August, seine Diamantene Hochzeit feiert. „Die kirchliche Trauung war am 1. September vor 60 Jahren in der Liebfrauenkirche“, ergänzt Karl Kneißle.

Noch heute gehört die Liebfrauenkirche zu den Lieblingsorten des Ehepaars, das gerne miteinander große Spaziergänge unternimmt und mehrmals in der Woche im Wald zu den Nordic-Walking-Stöcken greift. „Das hält uns fit“, sagen die beiden. „Wir laufen unser Sach‘“, sagt Karl Kneißle über die Einkäufe, die zu Fuß erledigt werden.

Dankbar und zufrieden

Dankbar und zufrieden schaut das Ehepaar auf die vergangenen Ehejahre zurück und lächelt sich zu, wenn sie an die noch kommenden Jahre denken. Dabei durchlitt Hella eine Jugend, die von der Flucht aus Ostpreußen geprägt war. „Wir sind im Februar 1945 über das zugefrorene Haff nach Dänemark geflüchtet“, erzählt Hella Kneißle. Außer zwei übereinander angezogenen Lagen Kleidung und einem Rucksack habe man nichts dabei gehabt, erinnert sich die 86-Jährige.

Der Tross bestand aus elf Personen. Hella Kneißles Schwester und Mutter wurden nach einigen Umwegen und einem zweijährigen Aufenthalt in Oberbayern 1949 der Stadt Ehingen zugeweisen. Die junge Frau wohnte zunächst in einem Zimmer in der Hauptstraße.

In Ehingen lernte die lebenslustige Hella den jungen Karl Kneißle aus Öpfingen kennen. Der junge Mann war Schreiner, was man noch heute in Kneißles Haus sofort bemerkt. Von oben bis unten ist alles Holz durch Karl Kneißles Hände gegangen. Das Parkett, die Eckbank und die Intarsienarbeiten an manchen Zimmerdecken sind seine Schreinerarbeiten, die mit Liebe und Perfektion ausgeführt sind.

Karl Kneißle war Schreiner und Parkettleger. Später arbeitete er als Autoverkäufer im Autohaus Knapp, dessen Chef sein Bruder Georg war. 1964 bauten sich Kneißles das Haus am Elzengraben. „Wir waren hier sieben Jahre die einzigen“, erzählen sie. Vier Kinder sind in dem Haus groß geworden, zehn Enkelkinder kommen häufig zu Besuch. Das Ehepaar freut sich, dass die Kinder alle in der Nähe wohnen und es zu allen Enkeln einen guten Kontakt gibt. „Es ist eigentlich immer einer da.“

So umfasst auch die Festgesellschaft zur Diamantenen Hochzeit rund 30 Personen. Humor und Liebe begleiteten das Paar ein Leben lang. Verschmitzt äußert sich Karl Kneißle auch zum „Erfolgsrezept“ ihrer langen Ehe. „Wir haben früh ausgemacht, dass der Klügere nachgibt und das Zimmer verlässt“, sagt er. „Und seitdem bin ich viel im Garten“, schiebt er nach.

Vorsichtshalber fragt er noch seine Frau, ob dieses Rezept auch in der Zeitung stehen darf. Hella lacht da nur und so bleibt die Frage, wer der Klügere ist, wahrscheinlich auch die nächsten Jahre einfach offen.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel