Kreismusikfest Ehingen: Blasmusik aus Egerland und Slowenien

Ehingen-Kirchen / Christina Kirsch 13.06.2018

Mancher Kirchener kam am Wochenende aus den Lederhosen gar nicht mehr heraus und auch die seit Freitag durchgeschwitzten Dirndl der Musikerinnen sind nun reif für den Wäschekorb. „Es ist toll, dass am Montagabend noch so viele Leute kommen“, sagte Frank Schrode am letzten Tag des Kreismusikfests. Den Nummernschildern auf dem Parkplatz zu urteilen waren Fans aus ganz  Oberschwaben gekommen, um Blasmusik vom Feinsten zu hören. Dabei setzten die Kirchener auf zwei verschiedene Musikrichtungen.

„Man bricht sich die Finger“

Die Stehbach-Musikanten spielten böhmisch-mährische Blasmusik und Sašo Avensik (siehe Info) und seine Oberkrainer warteten mit dem typischen Oberkrainer- Sound auf. Was die Oberkrainer-Musik so schwierig zu spielen macht, sind die Trompete und die Klarinette. Beide Instrumente sind b-Instrumente „und man bricht sich schier die Finger“, sagte einer der Oberkrainer-Fans. Ohne Fingerverletzungen eröffneten die Stehbach-Musikanten den Blasmusikabend. Dirigent Steffen Lepple, der nicht nur die Kirchener Musikkapelle dirigiert, sondern auch noch als stellvertretender Kreisverbandsdirigent tätig ist, führte als Dirigent der Stehbach-Musikanten gewohnt launig durch das Programm.

Es begann mit dem „Gruß aus Böhmen“ und endete  mit der Zugabe „Auf der Vogelwiese“. Dazwischen traf man sich musikalisch „Im Wäldchen“, fegte mit dem „Böhmischen Wind“ um die Ecke und ermunterte das Publikum mit dem Schneewalzer zum Tanzen. Leider traute sich niemand, die große Tanzfläche zu betreten. Lieber klatschte das Publikum mit, hob die Bierkrüge und leerte die Humpen mit einem lang gedehnten „Proooost“.

„Jetzt kommt die Pizza-Polka, die wir so nennen, weil ich die Flügelhörner zu einer Pizza einlade, wenn ich mit ihnen zufrieden bin“, kündigte der Dirigent an. „Der Strohwitwer“ lautet der eigentliche Name des Stücks. Im Laufe des Abends kochte die Stimmung  beim Ernst-Mosch-Titel „Kannst du Knödel kochen“ und auch die „Rosamunde“ lud zum Mitsingen ein.

Großes Heimatbekenntnis

Das Ensemble Sašo Avsenik und seine Oberkrainer kam in kniehohen Lederstiefeln auf die Bühne. Wie sein Großvater (siehe Info) spielte Sašo Avsenik das Akkordeon. Die Musiker präsentierten ihre neue Sängerin Larisa. Mit ihr zusammen geleiteten die Oberkrainer das Publikum durch die Titel „Freunde wir bleiben Freunde“ und „Glück im Schwarzwald“. Dank ausgelegter Liedtexte sang das Publikum „Hinterm Hühnerstall“ mit. Ein großes Heimatbekenntnis spielten die Musiker in dem Stück „Slowenien mein Heimatland“ und trafen damit den Nerv eines Publikums, das sich mit viel Applaus bedankte.

Sašo Avensik auf den Spuren seines Opas

Keimzelle Er habe als Kind immer die Schlager seines Opas Slavko angehört, berichtete Moderator Sašo Avensik. Sein Großvater, der 1929 geborene Slavko Avsenik, war zunächst Skispringer. Das Spielen auf der Steirischen Harmonika brachte er sich während seiner Militärzeit selbst bei und gründete 1953 ein Trio, das als Keimzelle der Oberkrainer Musik gilt.