Abfallwirtschaft Ehingen will Müllsystem nicht ändern

Ehingen/Munderkingen / Andreas Hacker 21.06.2018

Wie geht es nach dem Jahr 2022 im Alb-Donau-Kreis weiter mit der Abfallwirtschaft? Diese Frage hat das Landratsamt Mitte Mai den 55 Städten und Gemeinden im Kreis gestellt und erhält nun ganz unterschiedliche Antworten. Mit Erbach hat sich jetzt eine der großen Kommunen dafür ausgesprochen, das Einsammeln und Befördern des Mülls danach an den Kreis zurückzugeben, mit Grundsheim, Hausen am Bussen und Illerkirchberg gibt es aber auch kleine Gemeinden, die es eindeutig abgelehnt haben, die Zuständigkeit für die Abfallwirtschaft nach 2022 wieder an den Kreis zu übertragen.

Heute in einer Woche befassen sich die Gemeinderäte in Munderkingen und Ehingen mit diesem Thema. Und während Bürgermeister Dr. Michael Lohner keinen Hehl aus seiner Neigung macht und vor allem aus Gründen der Verwaltungsvereinfachung für eine Zuständigkeit beim Kreis plädiert, hat Ehingens Oberbürgermeister Alexander Baumann bereits in der Bürgermeisterdienstbesprechung am 15. Mai klar gesagt, wohin es für ihn gehen soll: Die Stadt soll zuständig bleiben.

Jetzt finden sich in der Vorlage für die Sitzung des Gemeinderats dafür die zentralen Gründe: „Der Gestaltungsspielraum wird eingeschränkt, die Organisationshoheit entfällt. Der Einfluss der Stadt und ihrer politischen Organe auf den Gebührentarif, das Gebührensystem und auf die Höhe des Entgelts gehen verloren.“

Aus Sicht der Verwaltung hat sich das bestehende Ehinger System bewährt und genießt hohe Akzeptanz. Und individuelle Lösungen, wie es sie in Ehingen gibt, wie etwa die Möglichkeit zur Bildung von Müllgemeinschaften oder der Abschlag für Eigenkompostierer, würden bei einer Rückübertragung auf den Kreis in Frage gestellt. Ziel der Stadt: Auch über 2022 hinaus auf der Grundlage einer aktualisierten Vereinbarung mit dem Kreis die Aufgaben der Abfallwirtschaft auch künftig selbst wahrzunehmen.

Der Kreis wiederum macht deutlich, dass er eine Regelung für alle anstrebt: Eine effektiv und wirtschaftlich arbeitende Abfallwirtschaft werde es nur geben können, wenn entweder weiterhin eine Übertragung auf alle 55 Kreisgemeinden erfolgt oder der Landkreis insgesamt für die Abfallwirtschaft zuständig wird. „Eine Übertragung auf nur einzelne Gemeinden und Insellösungen sind weder sinnvoll und wirtschaftlich noch für den Bürger verständlich.“ 

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