Abwasser Ehingen widerspricht BUND-Kritik

ah 12.01.2018

Zum zweiten Mal hintereinander hat der BUND Donau-Iller in seiner Bestandsaufnahme zum Jahresende Kritik an Kommunen wie Ehingen und Schelklingen geübt, die sich bei Überprüfung des Sachverhalts als nicht zutreffend erwiesen hat. War es 2016 um Ökopunkte für die Kernzonen im Biosphärengebiet gegangen, so hat der Regionalvorsitzende des Umweltschutzverbands zum Jahreswechsel 2017/18 massive Vorwürfe gegen die Kläranlage Ehingen erhoben: Die Kapazität der Kläranlage sei erschöpft; weil die Zahl der Abwassereinleiter gestiegen, die Anlage aber nicht vergrößert worden sei, käme es bei Starkregen zu unkontrollierten Schadstoffzuläufen in Donau und Schmiech. Dem widerspricht nun Bettina Gihr als Sprecherin der Stadt: „Die Kläranlage ist auf 52 600 Einwohner ausgelegt, mit derzeit 45 000 ist die Kapazität bei weitem nicht erschöpft“, erklärt sie. In jüngerer Vergangenheit habe es keine Erweiterungen, aber zahlreiche Verbesserungen im System gegeben, um die Ablaufwerte weiter zu optimieren. Und: „Durch die Einleitung des gereinigten Abwassers aus der Kläranlage wird die Donau nicht beeinträchtigt, was ein entsprechendes gewässerökologisches Gutachten belegt. Auch ein vom Landratsamt beauftragtes, unabhängiges Institut überprüft mehrmals im Jahr die Kläranlage mit dem Ergebnis, dass die Ablaufwerte eingehalten werden.“ Aus diesen Gründen erteilt die Stadt auch der BUND-Forderung nach einer vierten Stufe der Abwasserreinigung mit Aktivkohlefiltern eine Absage: Eine solche Anlage, die zum Beispiel auch Medikamentenreste aus dem Abwasser holt, sei derzeit nicht notwendig und auch nicht vorgesehen.

Genehmigung bis 2035

Auch dem von der BUND-Geschäftsstelle in Ulm formulierten Vorwurf, der Betrieb der Anlage sei illegal, weil die wasserrechtliche Genehmigung Ende 2015 ausgelaufen sei, widerspricht Gihr: „Die wasserrechtliche Erlaubnis der Kläranlage wurde im Juli 2017 erteilt und ist bis zum Jahr 2035 gültig.“  Die Stadt hat außerdem als eine der ersten Kommunen im Land einen Förderantrag für das innovative Transitverfahren gestellt. Dieses holt vor allem den giftigen Ammoniumstickstoff aus dem Prozesswasser, das aus der Schlammbehandlung im Faulturm in die Anlage zurückkommt. Der Zuschussbescheid liegt vor, nun folgen Planung und Ausschreibung und Umsetzung.