„Willkommen in der Sauna“, hieß es am Samstagabend beim Interim-Festival in Ehingen zum Konzert mit der Gruppe „Blechlabor“ um den Ulmer Musiker Tobias Rägle, der am Theater Ulm Posaune spielt und ein paar Freunde um sich geschart hat.  Bei einem Workshop gesellten sich Musiklehrer und andere Blechbläser aus Ehingen zur festen Truppe. „Unser Tubist hat sogar zwei Tuben dabei, falls eine mal leer werden sollte“, sagte Tobias Rägle bei der Vorstellung der Musiker. „Oder falls  in der Hitze eine den Geist aufgibt“, ergänzte ein Zuschauer.

Die elf Blechbläser und die Handvoll Schlagzeuger spielten bekannte Titel wie „Oblivion“ von Astor Piazzolla oder einen eher selten gehörten Jazz-Walzer mit dem kryptischen Titel „Who wants gum“. Die Bläser hatten fast alle einen klassischen Hintergrund, was auch in den Schlagern zu hören war. Süffig und aus vollem Rohr schallte ein Titel von Emerson, Lake and Palmer durch das nach allen Richtungen offene Zelt.

„Colours of Music“ nannte sich das Konzert, das am Freitagabend lief und bei dem vor allem Ehinger Gruppen auftraten. Die Musical-Klasse der Gesangslehrerin Kinga Dobay trug  mehrstimmige, professionelle Songs bei, mit denen die Mädchen  großen Eindruck machten und großen Applaus ernteten. Kinga Dobay trat selber als Musical-Sängerin auf und riss das Publikum mit. Die Bundeswettbewerbspreisträgerin Franziska Geprägs trug ihren selbst geschriebenen Song „Danser dans la rue“ vor und begleitete sich auf der Gitarre.

Eine andere Klangfarbe brachte das Karawane-Projekt mit dem Ehinger Gitarre-Lehrer Bernd Geisler ins Zelt. Auf einem mit einem Teppich geschmückten Podest nahmen Musiker mit orientalischen Instrumenten Platz und ließen Weltmusik hören.

Michael Porter und sein für das Festival zusammengestelltes Ensemble war allgegenwärtig. Das „Florian-Stierle-Quartett“ rund um den Musikschullehrer Florian Stierle verwöhnte das Publikum mit feurigem Tango, Musette und Rhythmen auf einer mit Filzblumen dekorierten Trommel. Das Flower-Power-Ensemble musizierte enthusiastisch und mit Schmiss. Eher ruhigere Töne schlug das Duo Liffey Looms an, die einfühlsame Singer-Songwriter-Melodien darboten.

Nach den Abendkonzerten am Freitag und Samstag flutete jeweils das Traumtheater das Zelt und ergoss sich auch interaktiv über die Zuschauerreihen. Ein Clownspaar ging mit einer Klobrille durch das Publikum und suchte nach dem passenden Gesicht für den ungewöhnlichen Rahmen. Turbulente Szenen spielten sich bei einem inszenierten Ehedrama ab und ein paar Maskenträger schienen der ruhende Pool in dem ganzen Durcheinander zu sein. Eine Gruppe Männer und Frauen schlich in giftgrünen Ganzkörperanzügen über Stühle und Lehnen.

Kakofonisches Kauderwelsch

Musikalisch streiften ständig neue Töne das Publikum. Die Formation „Alb Blech“ spielte schwäbische und andere Weisen aus Bayern und dem Alpenland. Auch ein bisschen Tanzmusik drang durch das kakofonische Kauderwelsch. Mit weit aufgerissenem Klappmaul krakelten die Puppen der Puppenbühne Rimi aus Untermarchtal dazwischen.

Schlagartig ließ die Band die Szenerie während der Inszenierung mit dem Ruf „Freeze“ einfrieren und alle Akteure erstarrten. So lange, bis das Schauspiel weiterging.

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Erbach/Öpfingen