Tradition Neujahrsfrühschoppen: Ehingen als Stadt für Freiräume und Chancen

Ehingen / Christina Kirsch 14.01.2019
Manuel Hagel gab mit seiner Rede beim Neujahrsfrühschoppen der Ehinger Kolpingfamilie eine Diskussionsgrundlage.

Seit 50 Jahren gibt es den Neujahrsempfang der Kolpingfamilie. Und seit 50 Jahren organisiert Hans Aierstok diese Zusammenkunft im Kolpinghaus. Deshalb gebührte heuer ihm zunächst der Dank. Aierstok begrüßte auch die zahlreich erschienenen Gäste. Referent Manuel Hagel betonte zu Beginn seiner Rede vor allem das „C“ der CDU.

In einer Zeit, in der die Menschen einer Gesellschaft Halt und Orientierung suchten, sei die christliche Ausrichtung besonders wichtig, meinte der CDU-Landtagsabgeordnete. Seine Rede stellte er unter das Motto „Eine Partei mit Werten ist wertvoll“. Um diese Werte zu sichern, müsse man anpacken, was den Mitgliedern der Kolpingfamilie in Fleisch und Blut übergegangen sei. Manuel Hagel plädierte für ein Ehingen, „das den Lebenslauf eines Menschen abbildet“. Wenn man sich in einer Stadt wohlfühle, werde aus einem Lebensraum eine Gemeinschaft.

Auf der Suche nach dem Glück

Jeder suche nach seinem Glück, sagte Hagel. „Das Glück ist dort zu finden, wo der Mensch erkennt, welche Talente und Fähigkeiten er hat und wo er diese Talente entwickeln kann.“ Der Mensch müsse seine Begabungen aber auch in den Dienst der Gemeinschaft stellen, betonte Hagel. „Ehingen soll ein Ort der Chancen sein.“ Dazu gehöre eine bedarfsgerechte Kindergarten- und Schulentwicklung sowie der Breitbandausbau, damit Arbeitsplätze nicht abwandern. Die Bildung müsse Ländersache bleiben, forderte der Redner. Denn „ich habe noch niemanden getroffen, der eine funktionierende Bundesbehörde kennt“.

Als Erfolgsgeschichte der jüngeren Vergangenheit hob Manuel Hagel den Business-Park hervor, der mittlerweile 50 Unternehmen mit rund 600 Mitarbeitern einen Arbeitsplatz bietet. Hagel sprach auch den Wohnraum und die Innenentwicklung an, die nicht gegen die Außenentwicklung ausgespielt werden dürfe. Mobilitätskonzepte müssten auch für den ländlichen Raum entwickelt werden.

Mobilität und die Kluft zwischen Arm und Reich

Wie sich die Mobilität zum Nachteil der Dorfbevölkerung entwickelt, beschrieb der Berkacher Max Leicht. Der Peter-und-Paul-Weg sei mittlerweile eine Durchgangsstraße, sagte der Bürger, der für die kritischen Straßenabschnitte eine Verkehrsberuhigung forderte und das mit Beweisbildern unterstrich. Man werde eine Verkehrsschau ansetzen und die Ergebnisse vor Ort mit den Bürgern besprechen, versprach Manuel Hagel.

Karl Schöttle beklagte eine wachsende Kluft zwischen Arm und Reich. Die Rentenerhöhung solle nicht mehr prozentual geschehen, schlug er als Abhilfe vor. Für das Wohlstandsgefälle müsse eine Lösung gefunden werden, zeigte sich auch der Redner überzeugt. Man müsse vor allem die Kostentreiber wie Wohnen und Energie senken, denn diese Posten belasteten die real zur Verfügung stehenden Einkommen am meisten. Vor allem der pflegerische Bereich brauche dringend eine bessere Entlohnung.

Gegen „Spurwechsel“

Stadtrat Alfred Kloker wandte sich gegen die mehrmalige Verlängerung der befristeten Arbeitsverträge. Diese Praxis ist möglich, wenn der Arbeitnehmer immer wieder in einer anderen Firma angestellt ist. Auch das Thema „Flüchtlinge“ hatte beim Neujahrsempfang viele Facetten. Statt dem Projekt „Spurwechsel“ der SPD brauche man endlich ein Fachkräftezuwanderungsgesetz, meinte Hagel. Darin könnten Kriterien für einen Verbleib in Deutschland rückwirkend angewendet werden, um nicht Flüchtlinge anzulocken. Abschlägig beschiedene Asylverfahren müssten allerdings auch durchgesetzt werden, betonte der Redner.

Martin Neumann von der Jungen Union warf ein verpflichtendes Soziales Jahr als Vorschlag in die Runde, und Heinz Wiese bezeichnete die eigenen vier Wände als die beste Altersvorsorge. Wie sich eine Altenpflegerin diese allerdings von ihrem Gehalt ansparen soll, blieb ungeklärt.

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