Organisation DRK-Verband Ulm legt Fokus auf Wohlfahrt

Einige der Geehrten mit Ronja Kemmer (rechts), Präsidentin des DRK-Kreisverbands. Die Versammlung fand in Oberstadion statt.
Einige der Geehrten mit Ronja Kemmer (rechts), Präsidentin des DRK-Kreisverbands. Die Versammlung fand in Oberstadion statt. © Foto: Maria Bloching
Oberstadion / Von Maria Bloching 09.07.2018

Das war sicherlich einer der größten Umbrüche in der Geschichte unseres Kreisverbandes“, sagte Präsidentin Ronja Kemmer über die Neuordnung der Vereinsstruktur und die Fusion der Rettungsdienste Ulm und Heidenheim im vergangenen Jahr. Man sehe in der Fusion die Grundlage für eine weitere Steigerung der Qualität, sagte Kemmer in der Kreisversammlung des DRK-Verbands Ulm in der Mehrzweckhalle in Oberstadion.

Das erste Halbjahr 2018 habe sehr positive Entwicklungen hervorgebracht und sei von einer konstruktiven und zielführenden Zusammenarbeit geprägt gewesen. Nun wolle man gemeinsam mit dem Landesverband den Neubau der Rettungswache Oberer Eselsberg vorantreiben, in der auch die Landesschule zur Ausbildung von Notfallsanitätern untergebracht werden soll. Im Herbst ist Baubeginn, die Fertigstellung ist für 2020 geplant.

Wechsel an der Spitze

Die Reform der Vereinsstruktur wurde auch im Landesverband positiv wahrgenommen, sagte Vizepräsident Dr. Eberhard Schwerdtner. „Das ist der erste und einzige Kreisverband, der sich für dieses Modell mit einem Kontrollrat entschieden hat.“ Mit dieser „sehr, sehr guten Lösung“ nehme der Kreisverband eine Vorbildfunktion ein. Schwerdtner hob das große ehrenamtliche Engagement sowohl beim Rettungsdienst als auch im Sozialbereich hervor: „Die Seele des Roten Kreuzes ist das Ehrenamt“.

Das Jahr 2017 war auch geprägt von personellen Veränderungen. So übernahm Kemmer im Juni den Vorsitz des Kreisverbandes von Oberbürgermeister Gunter Czisch und nach fast 20 Jahren an der Spitze hat Geschäftsführer Guido Mayer zum Jahresende an Eckart Fuchs übergeben.

Als Umbruch bezeichnete Kemmer die Ausrichtung auf den Aufbau der Sozialarbeit. So konnte in Wiblingen das Café Alma als Anlaufstelle und Treffpunkt für Menschen mit und ohne Migrationshintergrund sowie die Aufnahmeeinrichtung für Frauen in Wiblingen gemeinsam mit der Stadt Ulm eröffnet werden.

Mehr Helfer gewinnen

„Wir wollen uns auch künftig noch stärker als Wohlfahrtsverband in der Region aufstellen und uns im sozialen Bereich engagieren“, machte Kemmer deutlich. Dafür brauche es aber engagierte Mitglieder, umso wichtiger sei in Zukunft, neue ehrenamtliche Helfer zu gewinnen. Bei der Haus-zu-Haus-Werbung habe man mit 1330 neuen Mitgliedern einen beachtlichen Erfolg erzielt.

Schatzmeister Dr. Guido Steeb konnte mit seinem Jahresabschluss eine „abgeschwächte, aber noch zufriedenstellende Ertragslage“ präsentieren. Die Vermögensverhältnisse seien solide, die Eigenkapitalausstattung sehr gut und die Liquidität gut und jederzeit gegeben. So schloss das Geschäftsjahr mit einem leicht positiven Ergebnis von rund 30 000 Euro, im Vorjahr waren es 276 000 Euro. Der Rückgang ist auf gesunkene Leistungsentgelte durch den Wegfall der Flüchtlingsversorgung in den Erstaufnahmeeinrichtungen zurückzuführen, darüber hinaus hat sich das Defizit im ambulanten Pflegedienst weiter erhöht. Spenden und ähnliche Erträge stiegen gegenüber dem Vorjahr auf 1,3 Millionen  Euro leicht an, die Zahl der fördernden Mitglieder allerdings ging um fast 1000 zurück. Mehr als die Hälfte aller Aufwendungen entfielen mit 2,9 Millionen Euro auf das Personal, diese Kosten stiegen gegenüber 2016 um 131 000 Euro. Der Kreisverband verfügt über einen Eigenkapitalanteil von 61 Prozent der Bilanzsumme (7,1 Millionen Euro).

Kreisbereitschaftsleiter Ralf Fiderer gab einen Überblick über den Kreisverband, dem 22 Ortsvereine, die Bergwacht Blautal und die Rettungshundestaffel mit insgesamt 822 aktiven Mitgliedern angehören. 145 Delegierte waren zur Kreisversammlung nach Oberstadion gekommen.

Hausnotruf-Dienst ausweiten

Kreissozialleiter Alfons Thurner verdeutlichte, dass es auch nach 20-jährigem Bestehen der Ulmer Tafel immer noch viel Armut gebe. 80 Firmen würden Lebensmittel spenden. 2017 wurden in den Tafelläden 730 Öffnungstage und 73 162 Kundeneinkäufe verzeichnet. Rund 300 Ehrenamtliche haben an 210 Tagen 4700 Mahlzeiten im Übernachtungsheim für Obdachlose gekocht. Außerdem wurde ein Hausnotruf-Besuchsdienst aufgebaut, dieser Bereich soll flächendeckend erweitert werden.

Kreisjugendleiter Stefan Gerstenberger berichtete, dass sich 337 Mitglieder in 23 Jugend-Rotkreuzgruppen engagieren, darüber hinaus sei man in Schulen beim Aufbau von Schulsanitätsdienst und Juniorhilfe aktiv.

Viele aktive Mitglieder geehrt

Engagement Für 25-jährige aktive DRK-Zugehörigkeit wurden geehrt: Aloisia Michelberger (Allmendingen), Uwe Kunkel und Nadine Wieder (Ehingen), Hardy Hepp (Laichingen), Renate Koch (Langenau), Armin Fabian (Lonsee), Axel Leute (Munderkingen), Klaus Pusch und Josef Rehm (Oberstadion), Sylvia Rehm-Leger (Regglisweiler), Rene Vonier (Ulm) und Michael Jenner (Weidenstetten-Beimer­stetten).

Seit jeweils 40 Jahren im DRK aktiv sind: Ingrid Barth (Ehingen), Andreas Haußig (Erbach), Hans Kirsamer (Laichingen), Karl Pickny (Nellingen) und Thomas Oswald (Oberdischingen).

Für 50-jährige aktive Zugehörigkeit wurden ausgezeichnet: Roswitha Oberndorfer (Munderkingen), Josef Mönch und Hermann Peifer (Lauterach-Kirchen) und Anita Wresner (Öpfingen-Rißtissen).

Seit 55 Jahren im Einsatz sind: Konrad Wiedemann (Erbach), Bernhard Häger (Öpfingen-Rißtissen) und Wilhelm Honold (Weiden­stetten-Beimerstetten).

Mit der Verdienstspange des DRK-Kreisverbandes Ulm wurde Frank Prinzing (Ulm) ausgzeichnet. blo

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