Berg / INGEBORG BURKHARDT Es ist mehr als nur ein Konzert, das die Jazzband 47 jedes Jahr in Berg mit mehreren hundert Freunden verbindet. Es sind Jazz-Standards, sympathische Musiker der Region und gemeinsame Erinnerungen.

Noch lange hätte die Jazzband 47 am Vorabend des Dreikönigsfeiertags in der Brauereiwirtschaft in Berg weiterspielen können, wenn es nach dem Publikum gegangen wäre. Begeistert hatten die Fans des Oldtime-Jazz und Swing immer wieder Zugaben gefordert. Ein toller Erfolg für die Musiker, die am Ende ihrer 25. Veranstaltung in Berg mit großem Applaus gefeiert wurden.

Manche der mehr als 200 Zuhörer waren schon drei Stunden vor Konzertbeginn gekommen, um Plätze ganz nahe bei "ihrer Jazzband 47" zu besetzen. Brauereibesitzer Ulrich Zimmermann strahlte, dass wieder einmal alles in die Bierkulturstadt gekommen war, sogar ein Fernsehteam vom SWR, das auch die Jazzband und im Publikum die Gäste filmte, die vor laufender Kamera mit Bierkrügen auf das Ereignis anstießen.

Am anderen Saalende hatte die Band mit der "Bourbon Street" aus New Orleans den Abend eröffnet. Manfred Walter, der mit seiner Tuba wieder "für den wasserdichten Unterbau sorgte", hatte die Gäste begrüßt und zu ihrer Freude gleich mitgeteilt, dass der Abend unvergesslich bleiben wird, weil Hans Lorenzen vom Tonstudio Biberach einen Mitschnitt für eine CD macht.

Und weil nach Dreikönig auch schon die Fasnet beginnt, deutete Walter an, dass der Komponist des ersten Stücks, Paul Babarin, um 1900 an einem Fasnetsmontag geboren sei. Mit auf ihre Besetzung zugeschnittenen Arrangements setzten die Musiker aus Rottenacker, Munderkingen, Ehingen und Bad Schussenried ihr Konzert fort und erfuhren später vom Conferencier, dass Paul Babarin, der dieses Stück komponiert hatte, am Fasnetsmontag 1969 beim Fasnetsumzug spielend gestorben sei.

Nach "The World is Waiting for the sunrise" von Ernest Seitz, das auch Benny Goodman und Duke Ellington populär gemacht hatten, interpretierte die Combo mit "Stevedore Stomp" ein 1925 komponiertes Werk des "Herzogs" Ellington. Damit erinnerten sie auch an den kürzlich verstorbenen Jazzfan Heiko Dammann aus Ehingen.

Mit Wolfgang Keinath von der Hallodrin Jazzband aus Wangen als Gast am Schlagzeug, dann wieder mit Stamm-Drummer Karl Schlegel sowie mit dem Trompeter und der "Satchmo-Stimme" Ekke Wall gestaltete die Band den weiteren Teil mit Stücken aus den 20er Jahren von Louis Armstrong und seinen Hot Five, mit "Wont You come home, Bill Bailey" von Hughie Cannon und mit "Struttin With Some Barbecue" von Armstrongs Frau Lil Hardin.

Mit "Please Dont talk" traten die beiden Blueser Wall und Manfred Pfütze mit Karl Schlegel von der Jazzband zum Abschied des Spezialgastes an. Begeisterten Zwischenapplaus hatte die Band schon mit "Goody Goody" und auch mit ihrem "Dreikönigsjazz-Dauerbrenner im 28. Jahr", "Bei mir bist du schön" geerntet.

Mit "The Sheik Of Araby" ließen sie Erinnerungen an die Stummfilmzeiten mit Rudolph Valentino aufleben. Die Zeit verflog wie im Flug mit dem "Royal Garden Blues", und mit "Buena Sierra" als Zugabe verklang gegen 23.30 Uhr der letzte Akkord.

Manfred Walter hatte zwischendurch den "Harten Kern" der Band vorgestellt: "Hermann Schacher mit dem rauchigen Saxophon-Sound und seiner melodisch gespielten Klarinette, Thomas Hergöth, der Banjoman mit seinem präzisen Schlag, Manfred Pfütze, der versierte Jazzkornettist, der seit 1995 in der ersten Reihe sein Kornett bläst, Karl Schlegel, der dezent und exakt das Schlagzeug spielt und Peter Weber, der mit seinem intuitiven Posaunenspiel die Frontline füllt".