Fronleichnam Drehbücher für den besonderen Tag

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Bildtext © Foto: Andreas Hacker
Ehingen / ah 16.05.2018

Es ist ein großes Ereignis, sagt Pfarrer Harald Gehrig rund zwei Wochen vor Fronleichnam mit Blick auf den Gottesdienst in Ehingen, der an diesem 31. Mai vom SWR live im Fernsehen deutschlandweit übertragen wird. Und es wirft Fragen auf, ergänzen Beate Abele und Julian Reichle, die beiden zweiten Vorsitzenden der Kirchengemeinderäte von St. Michael und St. Blasius. Beide Gemeinden feiern wie immer gemeinsam das Fronleichnamsfest, und allen drei Beteiligten ist es ein großes Anliegen,  deutlich zu machen, dass dieser Tag trotz der besonderen Umstände für die Gläubigen in Ehingen wie gewohnt ablaufen wird –  mit Gottesdienst und Prozession und mit Gemeindefest im Kirchhof von St. Blasius. Auch den kostenlosen Bus, der die Katholiken vom Wenzelstein in die Stadtmitte bringt, wird es wieder geben.

Was Pfarrer Harald Gehrig, Beate Abele und Julian Reichle bewegt, ist Klarheit zu schaffen über ein Ereignis, von dem sich keiner ausgeschlossen fühlen soll, und mögliche Unsicherheiten über den Ablauf zu beseitigen. So ist Julian Reichle immer häufiger gefragt worden, wann denn die Ehinger in die Kirche kommen können: „Um 9 Uhr wird geöffnet“, sagt Pfarrer Gehrig, und bis 9.45 Uhr sollen die Plätze eingenommen sein. 800 Sitzplätze gibt es in St. Blasius, bis zu 1000 Leute könnten es werden, schätzt Gehrig. Damit alles gut verläuft, gibt es vor Beginn des Gottesdienstes noch Regieanweisungen vom SWR: Das beginnt bei der Bitte, kräftig mitzusingen, und endet bei den Plätzen, an denen die Kommunion ausgeteilt wird.

In Drehbüchern ist der Verlauf ganz genau geregelt. Schon am Montag vor Fronleichnam wird der SWR nach Ehingen kommen und mit dem Aufbau des Lichts beginnen. Am Mittwoch gibt es dann Teilproben zum Beispiel für die Chöre, für den liturgischen Dienst und für die Ministranten, ehe am Abend, vor dem Zapfenstreich der Bürgerwache, dann von 18 bis 19 Uhr die große Hauptprobe beginnt.

Zwischen 600 000 und 800 000 Zuschauer werden nach Schätzungen des SWR den Gottesdienst an Fronleichnam in Ehingen bei sich zuhause am Fernseher verfolgen. „Wir haben ja auch ein wunderschönes Fronleichnamsfest bei uns in der Stadt“, sagt Pfarrer Gehrig, der sich freut, dass es nun auch so nach draußen transportiert wird. „Wir lassen viele an unserem Fest teilhaben.“ Das sei ja auch die Ausgangsidee der Fernsehgottesdienste gewesen, erklärt Julian Reichle, „dass Leute, die nicht mehr selbst in die Kirche gehen können, auf diese Weise daran teilhaben.“ Und weil die ARD immer wieder nach Regionen und Konfessionen abwechsle, sei diesmal die Wahl auf die Diözese Rottenburg-Stuttgart gefallen, und deren Medienbeauftragter Peter Kottlorz, der Ehingen gut kennt, hat schließlich die Weichen in Richtung Ehingen gestellt. Nach Rücksprache mit allen Verantwortlichen hat Gehrig zugesagt.

Wegen der Fernseh-Übertragung wird der Gottesdienst nicht auf dem Marktplatz, sondern in der Stadtpfarrkirche stattfinden. Das Wetter-Risiko ist sonst zu groß. Macht das Wetter mit, gibt es im Anschluss an 45 Minuten Gottesdienst eine Prozession zur ersten Station am Marktplatz. Bis dorthin ist auch das Fernsehen noch dabei, dann endet die Übertragung. Für die Ehinger Gläubigen geht es aber wie gewohnt weiter, betont Pfarrer Gehrig, mit der Prozession zur zweiten Station an der Martinskapelle und dann zurück zum Segen in St. Blasius mit anschließendem Gemeindefest im Kirchhof.