Jubiläum Dr. Herta Däubler-Gmelin vertrat ihre klare Position zur Sterbehilfe

Ehingen / Anne Hagenmeyer 16.10.2017

Gastrednerin Dr. Herta Däubler-Gmelin hat ihre klare Position zur Sterbehilfe als eine menschliche Begleitung vertreten, das „Theater To Go“ reagierte spontan auf das Publikum und beim Büffet war viel Raum für Begegnungen. „Wir brauchen einander“ – mit diesen Worten war nicht nur der Festabend zum 20-jährigen Bestehen der Ehinger Hospizgruppe überschrieben, „Wir brauchen einander“ ist auch der Kernsatz und das Programm der Hospizgruppe.

Am Samstagabend kam das in den zahlreichen Grußworten zum Ausdruck: Pfarrerin Susanne Richter symbolisierte diesen Satz mit einem Boot und sieht unsere Aufgabe in dieser Welt, in der wir körperlich existieren, Begegnungen zu schaffen. Sie schloss mit den hoffnungsvollen Worten: „Wir haben einander – Gott sei Dank!“ Pfarrer Harald Gehrig gab seinen Dank an die Sterbebegleiterinnen und -begleiter und gab ihnen den Impuls aus einem Gedicht von Hilde Domin mit auf den Weg: „Jeder, der geht, belehrt uns über uns ein wenig selber.“ Oberbürgermeister Alexander Baumann schätzte den Wert der Hospizarbeit für die Stadt und Gesellschaft, der Vorstand des Fördervereins, Dr. Bernhard Platt, schaute auf die Anfänge der Hospizarbeit vor 20 Jahren,  wie auch die Vorsitzende Ilse Meßmer und Einsatzleiterin Ute Häußler.

Dabei warteten die Gäste alle gespannt auf die Worte von Herta Däubler-Gmelin: Sie erzählte in klaren und deutlichen Worten von einer Begegnung vor vielen Jahren in ihrem Heimatort Dußlingen mit einem sterbenskranken Nachbarn, der keine ausreichende Palliativbehandlung bekam und unendlich leiden musste: Die Gesetzesgrundlage, bezogen auf das Betäubungsmittelgesetz, war damals eine andere und die damalige Bundesjustizministerin nahm sich von da an dieser Aufgabe an. Heute, so meinte sie, seien wir an einem Punkt angelangt, der eine flächendeckende palliativmedizinische Versorgung biete, und sie bezog eine klare Position zur aktiven Sterbehilfe, die sie strikt ablehnt. Die Schirmherrin der deutschen Hospizgesellschaft möchte sich nun in Zukunft für bessere Bedingungen des Pflegepersonals in Krankenhäusern und Pflegeheimen einsetzen. Dafür gab es spontanen Zwischenapplaus.

Bei so vielen ernsten Worten hatten es Priska Kleiner und Helga Schuster nicht leicht, ihr Publikum einzufangen – als eine Irritation mochten es einige Zuhörer empfunden haben, sich nun spontan am „Theater To Go“ zu beteiligen. Doch der Sprung ins Komische gelang den beiden Improvisations-Schauspielerinnen sehr schnell und am Ende waren sie ein Teil des Abends, den man nicht mehr missen wollte. Ihr letztes Mahl für die Oma, das sie in einem immer rasanter werdenden Tempo aufführten, gewann mit Fahrt auch an Komik, und Helga Schusters „Gabrielas Lied“ verlieh der Festveranstaltung einen würdigen Abschluss.

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