Konzert Donau-Open-Air ein echtes Sommerevent

Munderkingen / MARIA BLOCHING 07.08.2018

Auf den ersten Blick waren die Macher des Donau-Open-Airs – Manuel Berndt und Philipp Stöhr sowie ihre Unterstützer – an den weißen T-Shirts mit einer großen römischen Fünf auszumachen. Unter ihnen auch Bürgermeister Dr. Michael Lohner, der sich von Beginn an für die Idee des Rappers Manuel Berndt alias „Big Daddy X“ begeistern konnte. Ihm ging es darum, im Rahmen des Projekts „Kleinstadtleben“ Kultur direkt zu den Bürgern zu bringen und den damals neu gestalteten Bürgerpark zu beleben. Das ist auch beim fünften Mal hervorragend gelungen.

Kompliment vom Bürgermeister

„Das Donau-Open-Air hatte noch nie einen kommerziellen Charakter. Umso schöner ist es“, lobte Lohner, der sich selbst als Fan dieser Veranstaltung outete und deshalb den Rapper in einer Gemeinderatssitzung auftreten ließ. Der Gedanke, etwas ganz Neues zu machen, kam an. „Wir haben im Schnitt zwischen 600 und 800 Besucher und außerdem eine Schön-Wetter-Garantie“, freute sich Berndt.

Auch an diesem Samstagabend luden laue Temperaturen bis in die Nacht hinein die zahlreichen Besucher ein, sich auf mitgebrachten Decken niederzulassen. An der langen Bar ließ es sich mit einem kühlen Getränk in der Hand wunderbar verweilen und auch für Speisen war mit Grillwagen und – zum ersten Mal – Kässpätzleswagen bestens gesorgt.

Als Auftakt hatte es die Allgäuerin „Jani“ mit ihrem Elektropop allerdings schwer, zu Beginn das Publikum mitzureißen. Die Pop-Punk-Band „Long Way Home“ aus Göppingen tat sich da schon leichter. „Munderkingen, komm zu uns vor“, war von den drei jungen Musikern immer wieder zu hören, und sie schafften es tatsächlich, dass sich einige Besucher vor die Bühne wagten, um zu tanzen und mitzufeiern. Denn die rockigen Darbietungen der Band rissen mit und sorgten für den ersten Showact des Abends.

Es ist vor allem die musikalische Vielseitigkeit, die dieses Donau-Open-Air jedes Jahr zu einem besonderen Event macht. Nach und nach tauten die Besucher auf und ließen sich für die Musik begeistern. Während „The Bombs“ mit ihrem „Shaking-Rhythm“ authentischen Rock’n’Roll mit Country, Blues, Rockabilly und Jive mit viel Laune zum Besten gab, sprachen die beiden Rapper „Angr“ aus Esslingen sowie „Dizzepticon“ aus Ennetach wiederum ein ganz anderes Genre an. Mit ihren eigenen Texten, die inhaltlich meistens mit dem Alltag zu tun haben und die persönlichen Höhen und Tiefen des Lebens beschreiben, boten sie eindringliche Musik für die Straße mit viel Gefühl.

„Facing Fears“ aus Ulm spannte den Bogen zu ehrlicher, harter Rockmusik. Die Rockformation mit Frontmann Deniz Dogru demonstrierte eindrücklich, was sie unter heutiger Rockmusik versteht: schwere Gitarrenriffs unterlegt mit knochentrockenem Groove von Bass und Schlagzeug, einfache, poppige Songstrukturen sowie Gesangsmelodien, die zum Mitsingen einluden.

Viele Freunde und freiwillige Helfer unterstützten das Live-Event, das künftig einen festen Platz im Munderkiniger Veranstaltungskalender hat: „Immer am ersten Samstag im August“, sagte Manuel Berndt. Gemeinsam mit Philipp Stöhr und Bürgermeister Lohner zeigte er sich mit der Besucherresonanz sehr zufrieden: „Es macht einfach Spaß, hier zu sein und zu sehen, wie es den Leuten gefällt. Unser jüngster Besucher ist noch kein Jahr alt, unser ältester 79 Jahre“, meinte Berndt. Der Rapper verzichtete in diesem Jahr zum ersten Mal auf einen eigenen Auftritt: „Aber nächstes Jahr bin ich ganz bestimmt wieder rappend auf der Bühne zu finden“, versprach er.

Sehr umfangreiche Organisation

Bereits vor einem halben Jahr haben Manuel Berndt und Philipp Stöhr mit den Vorbereitungen angefangen: „Es gibt immer jede Menge zu organisieren.“ Während Stöhr fürs Marketing zuständig war, wählte Berndt die Bands aus und zeigte sich für die Technik verantwortlich. Darüber hinaus fungierte er beim Live-Event als launiger Moderator. „Viele fragen bei uns an und treten ohne Gage auf“, berichtete Stöhr. Denn die Plattform sei gefragt und eine gute Möglichkeit, sich bekannter zu machen.

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