Wirtschaft Donau-Iller-Bank: Ständiger Wandel notwendig

Ehingen / Renate Emmenlauer 05.06.2018

Voll besetzt war die Ehinger Lindenhalle bei der Vertreterversammlung der Donau-Iller-Bank. Viele waren gekommen, um sich aus erster Hand über den aktuellen Stand ihres Bankhauses zu informieren, andere kamen aus enger Verbundenheit, etwa die zahlreichen Ehrengäste. Auch Wolfgang Kubicki war für viele einen Besuch wert: Der Vizepräsident des Deutschen Bundestags und stellvertretende Bundesvorsitzende der FDP sprach über 100 Tage mit der Großen Koalition in Berlin und „Worauf es jetzt in Deutschland ankommt“. Nicht zuletzt bot sich die Veranstaltung vor dem offiziellen Programm bei Schnitzel und Kartoffelsalat und danach bei einem Glas Wein zum geselligen Austausch an.

Kubicki spricht Klartext

Kubicki sorgte für Gesprächsstoff, als er ans Bündnis aus Union und SPD eine Klatsche nach der anderen verteilte. Dafür lobte er die über die Region hinaus hoch geschätzte Kulturstadt Ehingen und das Weltunternehmen Liebherr. Schmunzelnde Mienen erntete der Politiker, als er berichtete, bei seiner Anreise habe er sich wegen der vielen Krähen an der Küste vermutet.

Mit beeindruckenden Zahlen im Jahresbericht belegte Vorstandsmitglied Jost Grimm die erfolgreiche Arbeit der Donau-Iller Bank. So ist das Kundenvolumen um 90 Millionen Euro auf 2,09 Milliarden Euro gestiegen, die Einlagen der Kunden sind um knapp 33 Millionen Euro auf rund 817 Millionen Euro gestiegen, das Kreditvolumen legte um 19,3 Millionen Euro auf 670 Millionen Euro zu. Zum Ende 2017 gehörten dem Bankhaus 27 114 Mitglieder an, die Dividende liegt bei vier Prozent (die SÜDWEST PRESSE hat bereits ausführlich über die Jahresbilanzen 2017 berichtet).

Grimm lehnte sich dem Zitat von Raimund Rösler an, Chef der Bankenaufsicht der obersten Finanzdienstleistungsaufsicht BaFin, der gesagt hat: „Wenn Banken in dieser digitalen Welt überleben wollen, müssen sie sich anpassen. Hier reichen nicht kleinere Umbauarbeiten. Gefragt sind neue Geschäftsmodelle, digitale Wertschöpfungsketten und eine andere Kommunikation mit den Kunden.“ Wie Grimm mitteilte, reagiere die Donau-Iller Bank auf Veränderungen mit umfangreichen Online-Diensten. So könne man etwa einen Ratenkredit einfach von zu Hause in weniger als 15 Minuten beantragt und genehmigt erhalten.

Gleichwohl setzte der Vorstand zum Bankmotto „Der Mensch steht im Mittelpunkt“ auf das persönliche Gespräch mit den Kunden in den Fokus. „Unsere Strategie ist, unseren Kunden in fünf bis zehn Autominuten eine Filiale mit umfangreichen Serviceleistungen und persönlicher Beratung zu bieten.“ Einher geht damit der Erhalt regionaler Hauptstellen: So wurde der Neubau in Staig bezogen und die Renovierung in Dietenheim abgeschlossen. Die Eröffnung der modernisierten Geschäftsstelle Oberstadion stehe kurz bevor. Auch der wichtige Standort Erbach soll weiterentwickelt werden.

Kurz riss er das Projekt „Volksbank Höfe“ an. Die Fertigstellung sei Ende 2020 geplant. Der Bausumme von 20 Mio. Euro stünden jährlich 600 000 Euro Mieterträge gegenüber, was eine Rendite von zwei bis drei Prozent ausmache. Für die Folgejahre erwartet Jost Grimm ein etwas reduziertes Betriebsergebnis für die Donau-Iller Bank, aber weiterhin auf hohem Niveau. Mit dem Leitsatz „Was einer nicht schafft, das schaffen viele“ schloss er seinen Bericht und dankte dem motivierten Mitarbeiter-Team wie auch den Mitgliedern, die allesamt für die Genossenschaftsidee einstünden. Aufsichtsratsvorsitzender Sigisbert Straub hatte erneut die genossenschaftlichen Regularien zur Vertreterversammlung übernommen. Simone Meyfahrt, Wirtschaftsprüferin des Baden-Württembergischen Genossenschaftsverbands, zeichnete danach die beiden altershalber verabschiedeten Aufsichtsräte Eugen Springer und Josef Oechsener aus. Aufsichtsrat Peter Fischbach wurde wieder gewählt und das Gremium nach einstimmigem Beschluss von neun auf sieben Aufsichtsräte verkleinert.

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