Ehingen Die Sichtbarkeit eines Gefühls

Ehingen / CHRISTINA KIRSCH 13.07.2015
Mit großer Publikumsbeteiligung wurde ist am Sonntag die Ausstellung von Dorothee Herrmann in der Städtischen Galerie eröffnet worden.

"Das Kleine sehen und zeigen. Dabei das Große meinen". So umschrieb der Kunsthistoriker Florian L. Arnold die Arbeiten von Dorothee Herrmann in der Städtischen Galerie. Zur Eröffnung kamen nicht nur die Sammlerin Doris Nöth, sondern jede Menge Interessierte, die sich gerne und mit offensichtlichem Gewinn in die Fotoarbeiten, Nähwerke und Nadelsticheleien der Neu-Ulmerin vertieften.

Die Arbeiten von Dorothee Herrmann erzählten auf vielen Ebenen vom Zerbrechen der Geborgenheit, analysierte der Vernissageredner. Wobei die Künstlerin mit Zartheit und Gefühl ihre Themen angehe. Hinter jeder Bildebene verstecke sich eine Subebene, meinte Arnold. Die mitschwingenden Geschichten entdeckten die Besucher in "manchmal wachsen Blumen schwarz", einem Blumenteppich aus schwarzen Blüten, die mit der Strickliesel gestrickt wurden. Oder sie sahen in der Serie "blickdicht 1-9" die Fotografie einer Haushaltskerze, die sich zum Wasserhahn biegt und aus dessen Docht aufgestickte Wassertropfen quellen. Dazu passte das Foto eines Abflusses in einem Waschbecken, den Dorothee Hermann mit ein paar Fadenlängen an den Löchern mit Garn verstopfte. Aus dem Abflusssieb wurde so ein Knopf. Es handle sich oft um kunstvolle Akzentuierungen eines Details, erläuterte Florian L. Arnold.

Dorothee Herrmann bezeichnet ihre Arbeiten mit Titeln wie "rühr mich nicht an" oder "von der Liebe". Die scheinbar abstrakten Begriffe bergen subtile Geschichten und ermöglichen das Weiterspinnen der aufgenommenen Fäden. "Es ist sehr schön, dass ich mich hier so ausbreiten durfte", meinte Dorothee Hermann über die sechs Räume, die sie noch bis zum 4. Oktober 2015 bespielt. Von den Untiefen des Lebens erzählt dabei nicht nur das umhäkelte Spiegelei.