Ausbildung Berufsmesse: Die Polizisten und Fotografen von morgen

Vermutlich nicht die Polizisten und Erzieher von morgen, aber vielleicht künftige Ingenieure bei Liebherr: Schüler vom Technischen Gymnasium führen die Technik eines Krans vor.
Vermutlich nicht die Polizisten und Erzieher von morgen, aber vielleicht künftige Ingenieure bei Liebherr: Schüler vom Technischen Gymnasium führen die Technik eines Krans vor. © Foto: Emmenlauer
Ehingen / Renate Emmenlauer 16.05.2018
Gut 650 Schüler informieren sich auf der AOK „Top Job“ in der Lindenhalle über Ausbildungsberufe und Studium.

53 Firmen, Betriebe, Institutionen und Schulen haben am Mittwoch jeden Winkel der Lindenhalle in Ehingen für die 19. Ausbildungsmesse AOK „Top Job“ in Beschlag genommen. Mehr als 650 Schüler der Ehinger Schulen, der Heinrich-Kaim-Schule Schelklingen und der Josef-Karlmann-Brechmacher-Schule Oberdischingen, kamen bis zum Nachmittag zur Messe.

Erstmals waren fünf Klassen mit 150 Schülern aus dem Johann-Vanotti-Gymnasium vor Ort, um sich über die beruflichen und Studienmöglichkeiten zu erkundigen. Zahlreiche Gymnasiasten steuerten nicht nur die vertretenen Hochschulen aus Ulm und Biberach sowie die Universität Ulm an, sondern informierten sich vielfach bei heimischen Firmen wegen Ausbildungsplätzen oder eines Dualen Studiums.

So auch Luisa Lock (15) vom Ehinger Vanotti-Gymnasium, die derzeit überlegt, ob sie ein Studium in Psychologie beginnt und eine Ausbildung bei der Polizei anfängt. Am liebsten wäre ihr ein Duales Studium: „Da kann man studieren, die Praxis kennenlernen und etwas Geld verdienen.“ Für Tina Blankenhorn (14) aus der achten Klasse der Längenfeldschule steht der Wunschberuf als Erzieherin fest.

Stefanie Neuhäußer (18) aus Feldstetten war mit Norbert Zimmermann vom Hotel-Restaurant „Rose“ in Berg im Gespräch. Nach ihrer Fachhochschulreife könnte sich die Schülerin eine Ausbildung als Köchin oder im Hotelfach vorstellen. Ihre Freundin Dilara (16) aus Laichingen hat ihren Traumberuf fest im Blick: „Ich werde Fotografin.“ Die 19-jährige Sophie Bailer aus Laupheim hat ihr Fachabitur hinter sich. Ihr großes Faible sind Brummis. „Vielleicht mache ich eine Ausbildung zur Berufskraftfahrerin.“ Weshalb sich die junge Dame ausgiebig am Stand der Spedition Denkinger aufhielt. Das Speditions- und Logistikunternehmen aus Ehingen mit seinen 168 Mitarbeitern und 30 Azubis verzeichnet einen guten Zuwachs an weiblichen Lkw-Fahrerinnen.

Reihum kamen Schüler mit weiterführenden Schulen und vor allem mit Firmen ins Gespräch, nutzten bei Letzteren die erste Kontaktaufnahme gleich, um sich über mögliche Praktika zu informieren.

Regionale Stellen beliebt

Regionalität stand bei der Ausbildungs- und Studienmesse mehr denn je im Fokus. Wo Schüler vor Jahren oft noch den Blick in die weite Welt richteten, verwiesen am Mittwoch viele der jungen Menschen auf heimische Betriebe als Wunschunternehmen zur Ausbildung oder zum Dualen Studium. Die Regionalität nannte auch Landrat Heiner Scheffold ein dickes Pfund der AOK Top Job. Wo gebe es sonst eine Ausbildungsmesse, die von den Schülern mehrheitlich zu Fuß erreicht werden könne und wo so viele hoch technisierte Firmen aus der Region präsent seien. „Ehingen ist ein top Wirtschaftsstandort und eine klasse Schulstadt.“

Oberbürgermeister Alexander Baumann bezeichnete die Messe als eine perfekte Austausch-Plattform. Er bedankte sich bei der AOK als Initiator und Organisator, die sich dem wichtigen gesellschaftlichen Auftrag stelle. Nicht zuletzt war dem Ehinger AOK-Kundencenterleiter Markus Schirmer an der strahlenden Miene deutlich die Freude über das Erfolgsmodell der Ausbildungs- und Studienmesse anzusehen. Er griff bei der Eröffnung am Mittwochvormittag den AOK-Leitspruch „Von Mensch zu Mensch“ heraus, der bei den vielen persönlichen Gesprächen in lockerer Atmosphäre wieder seine Berechtigung gefunden haben dürfte.