Ehingen / CHRISTINA KIRSCH Mit der Farbe Rot verbindet der Mensch Assoziationen. Das macht sich die Frühjahrsausstellung in der Städtischen Galerie zunutze.

Seit das Thema der offenen Frühjahrsausstellung in der Städtischen Galerie bekannt ist, sammelt Elke Joos rote Kleidungsstücke. „Ich war schon im Blaubeurer Diakonieladen und bei der Aktion Hoffnung in Laupheim“, sagt die Ehingerin. Natürlich werden auch alle Bekannten und Verwandten nach roten Altkleidern abgegrast. Zehn Säcke mit Kleidung sind mittlerweile zusammengekommen. Sie werden Bestandteil der kommenden Frühjahrsausstellung sein, die ganz unter dem Thema „Rot“ steht.

„Wenn man mal anfängt, über die Farbe und ihre Möglichkeiten nachzudenken, kommt man auf ganz viel“, sagt Kuratorin Anne Linder. Rot steht für Liebe und Vitalität, aber auch für Aggression und Blut. Rot ist die Farbe eines Sportwagens und wird mit Dynamik assoziiert. Es gibt die berühmten roten Lippen, die man küssen soll und den roten Faden, der einen durch das Leben begleitet. Rote Rosen senden eindeutige Signale, das Rote Kreuz bietet Hilfe an und selbst einem auch in Ehingen ansässigen Geldinstitut ist ein typisches Rot zugeschrieben.

Kleider sollen nicht nur künstlerisch wirken

Weil sich die Ausstellung an alle Menschen wendet, die gerne kreativ arbeiten, werkeln im Hintergrund bereits Schüler, Künstler und Menschen, die sich von dem Thema inspirieren lassen. „Die Leute sollten sich aber auch bei mir anmelden, damit wir die Ausstellungsfläche und Möglichkeiten planen können“, sagt Anne Linder.

Elke Joos hat bereits ihre Ideen in alle möglichen Richtungen gesponnen. „Zuerst wollte ich das Haus von außen mit roten Kleidungsstücken verkleiden.“ Doch dann kamen Bedenken wegen Brandschutz und dem Wetter. Es gibt die Befürchtung von Anne Linder, dass sich die Kleidung bei Regen vollsaugt, schwer wird und dann die Last nicht mehr kalkulierbar wird. Deshalb geht die Ehingerin nun ins Treppenhaus und packt das Geländer ein. Die Anzahl roter Kleidungsstücke wird entscheiden, wie weit sie mit ihrer Installation kommt.

Die Altkleider sollen aber nicht nur künstlerisch wirken, sondern auch eine Botschaft transportieren. „Ich möchte auf unsere Konsumgesellschaft aufmerksam machen“, sagt Elke Joos. „Immer mehr Kleidungsstücke werden immer kürzer getragen und landen immer schneller im Müll.“ Wie die Installation letztendlich aussieht, zeigt sich erst beim Aufbau. Anne Linder weist darauf hin, dass außer Installationen auch Bilder, Fotografien, Video und Objekte in allen denkbaren Materialien zugelassen sind. Jeder Teilnehmer darf maximal zwei Arbeiten einreichen. Es können sich nicht nur Ehinger Bürgerinnen und Bürger beteiligen, sondern auch Leute aus der Umgebung. Eine Auswahl der Jury findet nicht statt, aber Besucher können mit Stimmzetteln Favoriten wählen und somit mehrere Publikumspreise festlegen.

Die Farbe Rot beschäftigt im Übrigen auch einen Künstler des Festivals Interim: Christian Greifendorf besprüht Alltagsgegenstände mit der Farbe Rot. „Wir hatten unser Thema bereits in der Sitzung im Herbst 2018 festgelegt“, sagt Anne Linder dazu. „Wir müssen langfristig planen und springen nicht auf einen fahrenden Zug auf.“ Zudem ende die Offene Ausstellung in der Städtischen Galerie noch vor Beginn des Sommerfestivals.

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Ausstellung und Wettbewerb „Oier ra“

Veranstaltungen Die Ausstellung dauert vom 5. Mai bis zum 9. Juni. Am Palmsonntag, 14. April findet zudem um 14.30 Uhr der Flugwettbewerb „Oier ra“ statt, zu dem Alt und Jung Flugobjekte bauen, die ein rohes Ei befördern. Das Ei muss in dem Fluggerät so gut verstaut sein, dass es den Flug aus dem obersten Stockwerk der Städtischen Galerie bis auf die Wiese am Groggensee unversehrt übersteht. Anmeldeschluss für „Oier ra“ ist Freitag, 12. April. Für die Ausstellung „Rot“ sind Abgabe- und Rückgabe-Termine auf der Homepage der Städtischen Galerie angegeben. Anmelden sollte man seinen Beitrag vorher. Jedes Werk muss mit Name, Adresse und Preis gekennzeichnet sein. Anmeldung via E-Mail an kontakt@kunstfreunde.de