Zucht Anhaltende Hitze ist ein Problem für die Fische in Datthausen

Fischwirt Matthias Scholz kontrolliert die Wassertemperatur – wird es zu warm, sind die Fische in Gefahr.
Fischwirt Matthias Scholz kontrolliert die Wassertemperatur – wird es zu warm, sind die Fische in Gefahr. © Foto: Bloching
Datthausen / MARIA BLOCHING 09.08.2018
Noch ist es für die Fische in Matzes Fisch- und Angelpark Datthausen erträglich. Doch hält die Hitze an, wird es für sie unangenehm.

Eine Wassertemperatur zwischen 15 und 18 Grad Celsius ist ideal für die Forelle. Im Angelteich herrschen derzeit im hinteren Bereich 20 Grad, deshalb halten sich alle Fische direkt am Einlauf des kalten Quellwassers auf. „Wenn es noch länger heiß bleibt, wird das komplette Wasser wärmer und meine Fische und ich haben ein Problem“, sagt Fischwirt Matthias Scholz. Seit elf Jahren betreibt er den Fisch- und Angelpark in Datthausen. Er hat schon öfters erlebt, dass so manche Bachforelle bei anhaltender Hitze ihr Leben lassen musste.

In den Aufzuchtbecken ist die Wassertemperatur kein Problem. Die Becken sind deutlich kleiner und das kühle Quellwasser läuft schnell durch. Dafür sorgt aber die starke Sonneneinstrahlung für eine starke Algenbildung, die insbesondere dann auftritt, wenn sich wenige Fische im Becken aufhalten. „Die Algen müssen regelmäßig abgeschöpft werden“, erklärt Scholz. Gerade während eines so heißen Sommers wie in diesem Jahr ist er sehr froh über das sieben Grad kühle Quellwasser, das mit 30 Liter in der Sekunde in alle Becken und den Angelteich läuft. Und trotz der hohen Temperaturen kommen selbst am Nachmittag noch Angler, um sich mit frischem Fisch einzudecken.

Mehr Hitze, mehr Futter für die Fische

Im Angelteich versorgen sich die Fische selbst mit allem, was sie finden. In den Becken muss die Aufzucht mit Pelletts gefüttert werden. „Je heißer es ist, umso mehr Futter brauchen die Fische. Und umso schneller wachsen sie“. Stets hat Scholz zwischen drei und fünf Tonnen Fisch da: Lachs- und Regenbogenforellen, Bachforellen, Saiblinge, Störe, Karpfen, Hechte und Schleie. Sie können entweder frisch zubereitet und direkt vor Ort verspeist oder mit nach Hause genommen werden.

Am Radweg ist Hochsaison

Außerdem bietet „Matze“ auch geräucherten Fisch an. „Manche fangen ihren Fisch im Angelteich und bringen ihn uns, damit wir ihn zubereiten.“ Der Fischwart beliefert umliegende Gastronomen und betreibt selbst sein „Anglerstüble“, in dem zahlreiche Fischspezialitäten – wie etwa die Hausspezialität „Donauteller“ – angeboten werden. Jeden Tag schlachtet er rund zehn Fische vor und kühlt sie kräftig, das ist bei diesem Wetter ein absolutes Muss. Direkt am Radweg liegend, hat der Fischpark derzeit Hochsaison. Allerdings wünscht sich Scholz für seine Fische etwas mehr Schatten, während sich im Winter die Sonne häufiger blicken lassen könnte.

Die kleinsten Fische sind gerade mal drei bis fünf Zentimeter groß und wiegen drei Gramm, wenn sie vom Fischzüchter aus Bad Saulgau angeliefert werden. Sie müssen dann ein Jahr lang in unterschiedlichen Becken gezogen werden, bis sie zur Schlachtung kommen. „Die meisten Fische kriege ich aber mit einem Gewicht zwischen 200 und 400 Gramm, sie können dann relativ rasch geschlachtet werden“.

Hoffen auf kühlere Tage

Nun hofft Scholz, dass die Temperaturen wieder etwas fallen, denn sonst steigt auch die Wassertemperatur immer weiter und das tut seinen Fischen gar nicht gut. Wichtig ist, dass das Wasser ständig in Bewegung ist und dauernd durch die Becken läuft. So wird es nicht zu warm und wird mit genügend Sauerstoff versorgt. Und den brauchen die Fische ebenso notwendig wie die richtige Wassertemperatur.

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