Natur Die Bedeutung der Geologie

Einen Stein, der für den Werkzeug-Bau geeignet ist, zeigt Geologin Iris Bohnacker
Einen Stein, der für den Werkzeug-Bau geeignet ist, zeigt Geologin Iris Bohnacker © Foto: Raidt
Schelklingen / Bernhard Raidt 27.10.2018

Im Frühjahr hat die Geschäftsstelle des Geoparks Schwäbische Alb ihren neuen Sitz im ehemaligen Schelklinger Notariat bezogen. Eine Aufwertung für die Stadt, in der nun ein überregional tätiger Verband präsent ist. Gestern hat der Geopark nun seine erste größere Veranstaltung in Schelklingen abgehalten.

30 Landschaftsführer – zu denen auch die „Alb-Guides“ zählen – aus dem ganzen Gebiet der Alb trafen sich zu einer Fortbildung. Thema war die „geologische Seite des Welterbes“. Dabei erfuhren sie einiges Neues: Denn die sensationellen Funde in den Höhlen und damit der Status des Weltkulturerbes wäre ohne die besondere Geologie der Alb nicht möglich gewesen. Das berichtete Diplom-Geologin Iris Bohnacker vom Geopark. Denn schon dass die Höhlen aus Kalkstein bestehen, ist wichtig. Nur im kalkgesättigten Boden konnten die Schnitzereien aus Mammut-Elfenbein oder die Musikinstrumente aus Vogelknochen über die Jahrtausende erhalten bleiben. In anderen Böden hätten sie sich aufgelöst. Wichtig war auch, dass die Alb eisfrei blieb. Die Alb-Höhlen lagen in einer Art Korridor zwischen dem großen baltischen Eisschild und dem Eis der Alpen.

Nahrung für die Tiere

Das bedeutete, dass  Tiere in der eisfreien Zone der Alb Nahrung fanden – und die Menschen damit Wild, das sie jagen konnten. Vier bis acht Grad kälter als heute sei es im Durchschnitt in der Region gewesen, berichtete Bohnacker. Die Höhlen boten Schutz vor Kälte und vor Raubtieren. Noch ein anderer Aspekt der Geologie war wichtig: Waffen und Werkzeuge waren aus Stein, die Menschen mussten auf dafür taugliche Gesteinsarten zugreifen können. Die meisten Funde in den Höhlen des Ach- und Blautals bestehen aus Jurahornstein, ein weiterer wichtiges Ausgangsprodukt waren Radiolarite und Quarzitgerölle aus den Alpenschottern.

Der Archäologe Hannes Widmann vom Urgeschichtlichen Museum (Urmu) zeigte den Teilnehmern, mit welchen Methoden die Menschen damals Werkzeuge und Waffen aus Steinen herstellten. Am Nachmittag schauten sich die Landschaftsführer dann den Hohlen Fels an – Reiner Blumentritt übernahm die Führung. Auch eine Fahrt ins Urmu nach Blaubeuren mit einem Zwischenstopp am Geißenklösterle zählte zum Angebot der Fortbildung. Begrüßt hatte die Gäste übrigens Schelklingens Bürgermeister Ulrich Ruckh – die Tagung fand im Ratssaal statt.

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