Grünanlagen Die „Goißawoid“ soll schöner werden

Andreas Hacker 12.08.2017

Schutzhelm abnehmen“ steht auf dem kleinen Schild am Spielplatz an der Ecke von Hangstraße und Am Schiffberg. Ein Spaß mit ernstem Hintergrund, denn der Fußweg über die „Goißawoid“, der dort ankommt, ist in einem erbärmlichen Zustand, wie viele Anwohner klagen.  Etwa 300 Meter lang ist die Verbindung in Richtung Narrenstadel, Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber und Mühlweg mit Rot-Kreuz-Heim. Und er wird „unwahrscheinlich frequentiert“, wie der Architekt Uli Böttcher beobachtet hat, der unmittelbar am Spielplatz sein Büro hat.

Seit in der Gruoner Siedlung wieder verstärkt junge Familien zuziehen, haben der Weg und der Spielplatz an Bedeutung gewonnen. Und viele Kinder aus der Gemeinschaftsunterkunft gingen hier zur Michel-Buck-Schule, berichten Anwohner von Gruorner- und Georg-Zoller-Straße. Doch der Fußweg, offiziell mit blauem runden Schild als solcher ausgewiesen, ist nicht nur erheblich in die Jahre gekommen, sondern auch in Verbindung mit dem Bau von Stützmauern in Mitleidenschaft gezogen worden. Und zwei Bänke, die etwas abseits stehen, sind auf abenteuerliche Weise eingewachsen.

CDU-Gemeinderat Anton Guggemos hat deshalb schon im Frühjahr einmal angemahnt, dass da was nicht in Ordnung sei und von Stadtbaumeister Andreas Erwerle die Antwort bekommen, dass der Zustand dem Bauamt bekannt sei. Guggemos blieb skeptisch, weil eine frühere Anfrage in gleicher Angelegenheit folgenlos geblieben sei, und er auch jetzt nichts mehr von der Verwaltung gehört habe. Umso erfreuter reagiert er deshalb auf die Antwort, die Bettina Gihr als Sprecherin der Stadt nun auf die Anfrage der SÜDWEST PRESSE gegeben hat: Der Weg entlang der „Goißawoid“ nahe der Gruorner Straße müsse erneuert werden. Die Stadtverwaltung werde dem Gemeinderat deshalb vorschlagen, entsprechende Mittel dafür in den Haushalt für das kommende Jahr aufzunehmen.

Gihr geht auch auf die Kritik aus dem Wohngebiet an Rodungen ein, die die Stadt 2016 vorgenommen hat. „Das Buschwerk oberhalb der beiden Bänke wurde im letzten Jahr gerodet, so dass es langsam wieder nachwachsen kann.“ Außerdem habe die Stadt eine weitere Bank bereits freigeschnitten. Zudem sei geplant, im Zuge der Erneuerung des Weges eine neue Bank direkt am Wegrand aufzustellen.

Offen bleibt die Frage, ob mit der Erneuerung des Weges auch eine Verbesserung des Spielplatzes einhergeht. Und ob der Weg dann auch beleuchtet wird – es gibt Ehinger, die sind dort abends mit der Taschenlampe unterwegs.

Die Zeit der Geißen auf der Wiese ist vorbei

Ortsgeschichte Warum die kleine Wiese unterhalb der Gruorner Siedlung „Goißawoid“ heißt, wissen nur wenige in Ehingen. Die meisten kennen den Hügel hinab zur B 465 als Schlittenhang. Die ursprüngliche Bedeutung dieser kleinen Wiese, die noch früher einst als Bleichwiese genutzt worden war, geht zurück in die Zeit des Zweiten Weltkriegs: Da hatten viele Familien in der Gruorner Siedlung mindestens eine Geiß, die Milch gab. Auch die Ziegen des Bauernhofs, der an der Stelle des heutigen Narrenstadels stand, waren hier auf der Weide. Vor zwölf Jahren, 2005, gab es für ein paar Jahre noch einmal eine Rückkehr der Geißen, als Michaela und Martin Prang die Wiese von der Stadt gepachtet hatten. Doch seit dem Umzug der Familie in die Donauhalde ist die Zeit der „Goißawoid“ wohl vorbei.