Munderkingen Der Steigerturm soll Zukunft haben

Munderkingen / Andreas Hacker 06.12.2018
Der Unternehmer Manfred Spähn hat in Munderkingen die Holzkonstruktion des Gebäudes sorgfältig abgebaut und lässt die Balken jetzt für einen Wiederaufbau vielleicht in einer Museumsanlage trocknen.

Der Steigerturm in Munderkingen ist Geschichte. Die Balken, die am früheren Standort am Rand des Friedhofs sortiert, beschriftet und fein säuberlich verpackt worden sind, werden jetzt verladen und aufbewahrt, wie Manfred Spähn bestätigt. Der Unternehmer aus Deppenhausen hat, wie berichtet, Ende September mit seiner Firma Reko-Bau den Auftrag für den Abriss des nicht denkmalgeschützten Gebäudes erhalten, nachdem der Gemeinderat zuvor im März den Abbruch beschlossen hatte. Bauamtsleiter Roland Kuch hatte das Gremium darüber informiert, dass der Steigerturm nach Einschätzung des Landratsamts nichts Besonderes und deshalb auch kein Denkmal sei.

„Es wäre schade, wenn so etwas verloren ginge“

Gemeinderat Peter Kuhm hatte seinerzeit angeregt, den Steigerturm den Freilichtmuseen in der Region anzubieten, hatte im Gemeinderat dafür aber keine Mitstreiter gefunden. Nun sieht es so aus, als könnte das Gebäude zumindest als Holzkonstruktion weiterbestehen, denn Manfred Spähn hat das Ziel, die sorgfältig ausgebauten Balken so zu behandeln, dass sie anderswo wieder aufgebaut werden können. „Es wäre schade, wenn so etwas verloren ginge“, sagt der Unternehmer, der sich der Nachhaltigkeit verpflichtet sieht und auch von Liebhaberei spricht. Man könne so ein Gebäude zwar auch nachbauen, doch jedem Neubau fehle die Patina. Wo und ob der Steigertum vielleicht in einer Museumsanlage wieder aufgebaut wird, kann Spähn jetzt noch nicht sagen.

Bei Munderkingens Bürgermeister Dr. Michael Lohner löst die Nachricht, dass der Steigerturm voraussichtlich erhalten wird, Freude aus. „Für uns als kleine Stadt wäre das kaum umzusetzen gewesen“, sagt Lohner und verweist auf viele Befindlichkeiten, die es da zu berücksichtigen gibt. Umso besser deshalb, dass die Stadt durch den Abbruchunternehmer entlastet worden ist. Spähn bestätigt, dass er als Unternehmer da weit freier vorgehen kann. Er will das Holz nun fachgerecht lagern und trocknen lassen.

Der Steigerturm war samt Anbau zuletzt von Bauhof und Feuerwehr als Lager genutzt worden. Das genaue Alter des vor etwa 100 Jahren entstandenen Gebäudes ist unbekannt, der Abriss war nach Angaben Lohners aus Gründen der Verkehrssicherheitspflicht notwendig, weil zuletzt Einsturzgefahr bestand.

Auf dem Grundstück am Südeingang des Friedhofs sollen 20 bis 30 Parkplätze entstehen; das hat der Gemeinderat schon im vergangenen Jahr im Zug der Haushaltsberatungen beschlossen.

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