Energie Der Solarpark Granheim wird gebaut

Granheim / Bernhard Raidt 12.07.2018
Der große Solarpark nordöstlich von Granheim wird jetzt Realität. 10 Megawatt Leistung hat der Park – genug, um mehr als 3000 Drei-Personen-Haushalte mit Strom zu versorgen.

Ein großer Solarpark nordöstlich von Granheim wird jetzt doch Realität. Bereits seit Jahren wird an dem Projekt getüftelt, dann  war es lange verschoben worden. Jetzt werde in Kürze die Baugenehmigung erteilt, schreibt die Stadt Ehingen in einer Pressemitteilung. 10 Megawatt Leistung soll der Solarpark haben – genug, um etwa 3100 Drei-Personen-Haushalte mit Strom zu versorgen. Freiflächenanlage lautet der Fachbegriff für ein Projekt, wie es bei Granheim entstehen soll. Die Photovoltaik-Module werden in einem optimalen Winkel zur Sonne auf Ständern montiert. Unter und zwischen den Solarmodulen wächst Grün – artenreich und ohne künstlichen Dünger, schreibt die Stadt  –, das von Schafen beweidet wird.

Mehr als 164 Megawatt

Träger des Solarparks ist die Energiebauern GmbH aus dem bayerischen Aichach. Dahinter verbirgt sich ein Familienunternehmen, das mittlerweile zahlreiche Solaranlagen in Deutschland und Europa, dort mit Schwerpunkten in Italien und Spanien, betreibt. Gründer und Geschäftsführer der Energiebauern ist Sepp Bichler, der bereits 1978 seine erste Solarthermieanlage errichtete. „Mein Ziel war es immer, mehr Energie zu erzeugen als ich verbrauche“, wird er auf der Homepage des Unternehmens zitiert. Mittlerweile sind auch Bichlers Söhne Martin und Florian im Unternehmen engagiert, neben Photovoltaik im Freiland und auf Dächern baut das Unternehmen auch Windkraft-Anlagen. Projekt­entwicklung, technische Planung, Anlagenbau und Bauleitung bieten die Bichlers an – im Internet nennen sie zahlreiche Projekte mit insgesamt mehr als 164 Megawatt Leistung, die sie geschaffen haben.

Ursprünglich wurde der Solarpark bei Granheim von der Firma Alb-Naturenergie entwickelt. Weil sich die Gesetzeslage änderte, setzte das Unternehmen die Pläne aber nicht um. Erst im vergangenen Jahr gab es einen Ruck: Eine Verordnung der Landesregierung machte es möglich, dass sich Solar-Projekte auf benachteiligten landwirtschaftlichen Flächen bei der Bundesnetzagentur für eine Einspeisevergütung bewerben können.

Die Energiebauern aus Bayern, die das Granheimer Vorhaben mittlerweile übernommen hatten, bewarben sich – und waren die ersten in Baden-Württemberg, die eine Förderung genehmigt bekamen. In den nächsten 20 Jahren soll der Solarpark Strom für 5,66 Cent pro Kilowattstunde erzeugen, teilt die Stadt mit. Trotz der niedrigen Vergütung lohnt sich der Bau und Betrieb offenbar durch die Größe der Anlage.

Die Energiebauern werden die Anlage langfristig betreiben und  über die gesamte Laufzeit Ansprechpartner für die Stadt sein, schreibt die Stadtverwaltung. Um das Projekt möglich zu machen, hat die Stadt in den vergangenen Monaten die verwaltungsrechtlichen Weichen gestellt. So kann jetzt der 2010 beschlossene Bebauungsplan für den Solarpark öffentlich gemacht werden.

Keine Ackerfläche mehr

Auf 13 Hektar Fläche sei der Solarpark geplant, berichtet Granheims Ortsvorsteher Franz Denzel. Ursprünglich war von einer weitaus größeren Fläche die Rede gewesen. Im Ort sei über den Solarpark schon vor acht Jahren ausführlich debattiert worden, als der Bebauungsplan aufgestellt wurde. Sicher, die Fläche des Solarparks könne nicht mehr als Ackerland genutzt werden, sagte Denzel. Aber man müsse auch wissen, dass es in Granheim keinen Vollerwerbslandwirt mehr gebe.

Leistung

10 Megawatt elektrische Leistung soll der Solarpark bei Granheim liefern. Damit können etwa 3100 Drei-Personen-Haushalte mit Energie versorgt werden.

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