Schmiechen und der Schmiechener See haben mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt und Geologie im Mittelpunkt des diesjährigen Tages der Artenvielfalt gestanden. Nur kurz zog der Himmel um 10 Uhr zum Beginn der Veranstaltung zu. Die Regenjacken und Schirme konnten aber in den Rucksäcken bleiben. Auch für die Bewirtung war von den Organisatoren gesorgt worden: Die Mitglieder des Musikverein Schmiechen boten ein Mittagessen, Kaffee und Kuchen an.

Aufmerksamen Naturfreunden war das viele Wasser im Schmiechener See gleich aufgefallen. Aber über kurz oder lang, glauben die Fachleute, wird der See verlanden und dann wieder zu Fuß begehbar sein. Aber dies wird keiner der Teilnehmer vom Sonntag noch erleben. Rund 120 Interessierte fanden sich gleich zu den Führungen am Vormittag ein. Am Nachmittag starteten die Führer oder ihre Ablösungen dann noch einmal. Die Exkursionen galten dem See und den Gebieten Vogelwelt, Blumenwelt, Insekten, Baumpilzen, Wassertiere, Wald, Archäologie, der Riedpflege durch die Wasserbüffel sowie der Bärentalhöhle in Hütten, wo Interessierte nach einem kurzen Fahrweg von der Schmiechener Höhlenforscherin Petra Boldt erfuhren, welche Kleinlebewesen die Dunkelheit einer Höhle schätzen. Eine echte Fledermaus konnte in Schmiechen gestreichelt werden.

Gut bedient waren allgemein an der Natur Interessierte mit der Führung "Schmiechener See und Urdonautal" mit Autodidakt Roland Maier, dem Umweltreferenten der Ulmer Naturfreunde. Erster Stopp war gleich am Kogelstein, einer Schnittstelle im Urdonautal. Maier berichtete von einer ungeordneten Wasserscheide bei Blaubeuren, weshalb die Schmiech nach Süden und die Schelklinger Ach in die andere Richtung fließe, um letztlich gemeinsam in der Donau zu landen. Meisenberg, Schelklinger Berg und der Schelklinger Lützelberg waren Umlaufberge der Urdonau.

Den Weg zum mehr als einen Kilometer entfernten See machte Maier bei seiner Führung zum Ziel. Er wies die Wanderer auch auf alle Pflanzen und Tiere hin. So sichteten die Teilnehmer mit ihm einen Turmfalken, einen Eichelhäher, sogar eine Goldammer, einen weiblichen Wacholderstrauch, eine heimische Orchideenart und anderes mehr. Maier schilderte die Waldrandauslichtung als Schutzmaßnahme für den Apollofalter. Was dem Naturschützer aber auffiel, war das Fehlen vieler Schmetterlinge am Trockenrasen, weil unlängst eine Schafherde hier geweidet und die Blüher verspeist hatte.

Kein Karstsee sei der Schmiechener See. Zum Glück sei das Anfang vergangenen Jahrhunderts fälschlicherweise aber so vermutet worden und der See nicht trockengelegt worden. Der Schmiechener See speist sich allerdings nicht durch unterirdische Karstquellen, sondern durch Oberflächenwasser, den Siegentalbach. Die Wasserbüffel machten der Gruppe um Maier klar, wo ihr Revier beginnt. Die Tiere sind im dritten Sommerhalbjahr zur Bekämpfung der Verbuschung eingesetzt, die eine Folge von Überdüngung und Haushaltsabwässern gewesen war. 80 Vogelarten brüten am See. 200 Vogelarten sollen hier insgesamt rasten. Kleinste Ente ist die Krickente. Beeindruckt waren die Teilnehmer vom bunt blühenden Magerrasen mit Margeriten, Kleeblumen, Hahnenfuß. "Wie früher in Kindertagen", hieß es lobend.