Pflanzen Der Blumengarten von Andrea Köttner in Obermarchtal

Andrea Köttner: Wer braucht schon eine Rose aus Kenia, wenn er einen Phlox aus Rechtenstein haben kann?
Andrea Köttner: Wer braucht schon eine Rose aus Kenia, wenn er einen Phlox aus Rechtenstein haben kann? © Foto: Maria Bloching
MARIA BLOCHING 30.08.2018

Blumen haben es der Diplom-Agraringenieurin Andrea Köttner aus Obermarchtal angetan. Auf ihren zwei Bioäckern in Obermarchtal und Rechtenstein gedeihen neben unzähligen Blumen- und Staudenarten rund 150 verschiedene Sorten an Pfingstrosen. Diese unkomplizierten Gartenpflanzen begeistern Liebhaber mit ihren Blüten; sie können am selben Standort über Jahrzehnte gedeihen.

Doch Andrea Köttner schwört auf die Pfingstrose nicht nur fest im Boden verankert, sondern auch als Schnittblume, die in einem von ihr – frisch mit eigenen und vor Ort gewachsenen Blumen – gebundenen Strauß hübsch daherkommt. Im Herbst teilt sie ihre Pfingstrosen und pflanzt sie wieder wurzelnackt ein. Und so verkauft sie ihre Lieblinge auch in ihrem Online-Shop, den vor allem Kunden aufsuchen wird, die eine besondere Sorte suchen.

Bart-Iris schwer zu teilen

Die Trockenheit macht in diesem Sommer auch den Blumen zu schaffen. So konnte etwa die Bart-Iris nicht wie gewünscht geteilt werden, „das würde die Pflanzen zu sehr strapazieren“. So hat sich die Arbeit wegen des fehlenden Regens nach hinten verschoben, der Niederschlag am Wochenende habe die Situation nicht wesentlich gebessert.

Zwischen ihre Pfingstrosen auf dem Acker in Rechtenstein hat Andrea Köttner Polsterthymian gepflanzt. Der hält zwar den Boden nicht feuchter, dafür aber unterdrückt er das Unkraut, das wegen des harten Bodens kaum gejätet werden kann. Gegen die Trockenheit kommt jedoch auch der duftende Thymian nicht an.

Ein Bewässerungssystem hat die Naturgärtnerin nicht – doch dies könnte sich ändern. „Dieses Jahr ist es extrem trocken. Deshalb mache ich mir Gedanken über eine Bewässerungsinstallation“, sagt Andrea Köttner.

Schon ihr Leben lang liebt sie die Natur und Pflanzen, wobei sie großen Wert auf eine ökologische Anbauweise legt. Dem Verbraucher sei gar nicht bewusst, was der konventionelle Anbau von Schnittblumen bedeutet. „Der Wasserverbrauch ist enorm und die Blumen selbst sind voller Pestizide“, sagt sie. Dabei wüchsen hier von der Tulpenblüte bis zum Frost „ganz tolle Blumen“. Ihr Partner Anton Köberle unterstützt sie, er betreibt einen Bioland-Betrieb.

Andrea Köttner verzichtet komplett auf mineralische Dünger und Pestizide. Und sie nimmt Rücksicht auf die Vegetationszeit, sodass es auf dem Acker immer blüht. Die Pflanzenvielfalt liegt Andrea Köttner am Herzen, deshalb lässt sie auch trotz ihrer Spezialisierung auf Pfingstrosen, Iris und Taglilien insektenfreundliche Vielfalt zu. „Das ist mir ein Herzensanliegen“, beteuert sie.

Online-Shop läuft ganz gut

Auf Bestellung bindet sie Sträu­ße und übernimmt auch die Blumendeko bei Hochzeiten oder anderen Festen. Und wer den „Vintage-Look“ liebt, der kann sich geschnittene Blumen eimerweise liefern lassen und selbst dekorieren. Der Pflanzenversand über ihren Online-Shop läuft ganz gut.

Darüber hinaus arbeitet Andrea Köttner auch als Gartenberaterin. Sie gibt Tipps zur Gartengestaltung und legt dabei die Verwendung von heimischen Pflanzen ans Herz. Denn natürliche Blumen aus der Region haben ihren Reiz: „Sie sind besonders lebendig und haben eine große Ausstrahlung“. Doch auch sie wollen trinken und deshalb hofft die Gärtnerin weiter auf Regen.

Info Weitere Informationen unter www.der-blumengarten.de

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